Kennst Du Dein ureigenes Ich?

Foto: pixabay.com - many thanks to "tsukiko-kiyomidzu" :)
Foto: pixabay.com - many thanks to "tsukiko-kiyomidzu" :)

 

Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach sich selbst und bemerken, dass sie sich im Laufe der Jahre angepasst haben. Oft geht es schon im Kleinkindalter los: Den Wünschen der Eltern entspricht man bereitwillig, um von ihnen die notwendige Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen.

 

Einige werden und bleiben so, wie andere sie am liebsten haben wollen. Sie bemerken nicht einmal wirklich, dass sie eigentlich nur funktionieren und ihren Mitmenschen das bieten, was gewünscht wird. Doch dabei verliert man langfristig Energie, verrät indirekt sein Herz und wird früher oder später unglücklich. Wer gegen sein Naturell lebt, spürt das irgendwann, und Krankheitssymptome können auftauchen. Die wahre Identität ist gestresst oder einfach nicht vorhanden.

 

Ich selbst begann mich ungefähr mit 20 zu fragen:

 

„Wer bin ich? Was will ich? Warum bin ich auf der Welt? Welchen Sinn hat mein Leben?“

 

Viele Jahre erhielt ich keine Antworten oder nur wenige "Puzzlesteinchen", denn ich war in dem typischen Strudel aus Verpflichtungen, Zweifeln, Unsicherheiten, Ängsten, „Karriere machen wollen“, sich mit anderen zu vergleichen und dem Wunsch, genügend Geld zu verdienen, gefangen.

 

 

Je älter man wird und je mehr Erfahrungen man sammelt, desto stärker wird das Bedürfnis zu sein, wer man wirklich ist.

Weil man es sonst an seinem Lebensende berreut, wenn man es nicht tut. Authentizität leben: Dazu gehört auch, alles Fremde abzuschütteln, das man im Laufe seines Lebens aufgenommen hat, beispielsweise negative Glaubenssätze, Überzeugungen, Ratschläge und Emotionen seines Umfelds. Das passiert übrigens schneller und häufiger, als man denkt!

 

„Wie machen es die anderen?“ – schon als Kind bin ich vor lauter Unsicherheit dieser Frage gefolgt. In vielen Situationen bemerkte ich, dass ich das, was die anderen machten, nicht (so gut) konnte. Oder ich hatte keine Freude dabei. Dennoch quälte ich mich z. B. mit Aufgaben, von denen ich meinte, man müsste sie erledigen... Doch mit dieser Vorgehensweise kam ich einfach nicht gut voran im Leben, geschweige denn wurde glücklich und zufrieden.

 

So eine Erkenntnis kann Jahre dauern, und die Folgen eines solchen Verhaltens können unangenehm sein, wenn man sich durch falsche Entscheidungen in eine Sackgasse manövriert hat…

 

Irgendwann hat man genug vom Nachahmen und genug davon, nur Altbewährtes oder Vernünftiges zu versuchen, um auf Nummer sicher zu gehen!

 

 

Es geht im Leben darum zu entdecken:

  • Wer bin ich tatsächlich?
  • Wofür brenne ich?
  • Welche Stärken und Talente habe ich?
  • Welche Aufgaben fallen mir leicht?
  • Was bringt mir Freude, Zufriedenheit und Sinnerfüllung?
  • Was kann ich den Menschen und der Welt schenken?
  • Wie kann ich mit meinem Zutun, den Ort, an dem ich lebe, besser machen?

 

Das heißt natürlich nicht, dass man eine einflussreiche, prominente Person werden und große Umwälzungen in Gang bringen soll! Dies könnte ein anstrengendes und später doch unzufriedenstellendes Ziel sein. Sondern die Aufgabe ist, im Kleinen (in seinem "Mikrokosmos") zu schauen, wie man sein Umfeld auf positive Art und Weise beeinflussen kann. Es können kleine Gesten sein, mit denen Du bei anderen etwas anstößt - ob beruflich oder privat...

 

Ich glaube nämlich, dass jeder Mensch die Aufgabe hat, eine Inspiration zu sein. Wenn Du im Gleichgewicht bist und Dein Selbstwertgefühl und Deine Selbstliebe einigermaßen im Lot sind und wenn Du das Leben, dass Dir geschenkt wurde, mit all seinen Herausforderungen und Chancen wertschätzt, dann kannst Du einfach nur dadurch, dass Du BIST, Deine Umgebung inspirieren.

 

Dein individuelles Sein beeinflusst alles um Dich herum, nicht nur Deine Mitmenschen, sondern den Ort, an dem Du wohnst, den Platz, an dem Du etwas zu tun hast, die Städte, die Du bereist usw. Und je nachdem wie Deine Grundhaltung, Deine Lebenseinstellung ist, verteilst Du Stress oder Wohlwollen.

 

 

Als ich noch im falschen Beruf und mit meinen Entscheidungen und den darauffolgenden Resultaten höchst unzufrieden war,

verbreitete ich wenig Liebevolles in der Welt. Ich war genervt, unsicher, voller Zweifel und hatte eine Resonanz zu Negativem. Ständig suchte ich Schuldige für mein Leid. Im Endeffekt richtete ich die negativen Energien, die ich durch mein Denken und meine Urteile erschaffen hatte, gegen mich selbst. Ich fühlte mich schlecht und als Opfer…

 

Zusätzlich kaschierte ich alles durch meine „Schauspielerei“ – vor allem im Beruf: Ich zeigte den Gästen (ich war viele Jahre Gastwirt) nur meine positive Seite und verdrängte die negative. Ich war zwar schon immer bestrebt, meine Gäste rundum zufriedenzustellen, aber ich fühlte mich oft wie in einem falschen Film. Nur sensitive Menschen, die ein gutes Gespür hatten, erkannten, dass ich unglücklich war.

 

Der Robert in seinem Ex-Berliner Lokal: Als Dienstleister nach außen hin immer freundlich...
Der Robert in seinem Ex-Berliner Lokal: Als Dienstleister nach außen hin immer freundlich...

 

Das Problem bei der ganzen Sache: Alles, was ich verdrängte, verschwand nicht, sondern war nach wie vor da. Das Negative suchte sich lediglich neue Wege, um sich „auszudrücken“ bzw. um erkannt zu werden: So war ich permanent anfällig für Infekte, war andauernd angeschlagen und hatte unzählige Allergien, die mir das Leben schwer machten…

 

Es war ein langer Prozess zu erkennen, was ich brauchte, um eine Wende einzuleiten, und erst recht, den Mut zu haben, Entscheidungen zu treffen und etwas in meinem Leben zu verändern! Vielleicht muss jeder Mensch solche Erfahrungen machen, damit die Kraft für Veränderungen entsteht.

 

 

Aber es geht auch einfacher, wenn Du auf Folgendes achtest:

Mache überwiegend nur das, was Du liebst.

Verabschiede alles, was Du nicht liebst. (Denke jetzt nicht: „Das geht nicht!“ Fang mit Kleinigkeiten an – mit dem, was im Moment möglich ist…)

 

Geh mit Liebe Deiner Arbeit nach,

und wenn Du es nicht kannst, tue alles, den Job zu finden, in dem Du Dich gut aufgehoben fühlst. Hierzu ist es wichtig zu wissen, welche Stärken und Talente  Du hast...

 

Finde heraus, was Du gut kannst.

Mach Dir Gedanken darüber und setze Deine Fähigkeiten in Bereichen ein, in denen sie gebraucht werden.

 

Auch wer mit meinem "Inneren Kind Kartenset" arbeitet, wird aufgefordert, sich über seine vorhandenen Ressourcen Gedanken zu machen... (Illustration: ©Martina Sophie Pankow, www.msp-world.de)
Auch wer mit meinem "Inneren Kind Kartenset" arbeitet, wird aufgefordert, sich über seine vorhandenen Ressourcen Gedanken zu machen... (Illustration: ©Martina Sophie Pankow, www.msp-world.de)
Die "Innere Kind Karte" Nr. 1 "Ich konzentriere mich auf meine Stärken." (Illustration: ©Martina Sophie Pankow, www.msp-world.de / Grafische Umsetzung: www.prima-line.de)
Die "Innere Kind Karte" Nr. 1 "Ich konzentriere mich auf meine Stärken." (Illustration: ©Martina Sophie Pankow, www.msp-world.de / Grafische Umsetzung: www.prima-line.de)

Werde Dir über Deine Bedürfnisse klar und erfülle sie Dir.

Es bringt auf Dauer nichts, Dich unnötig zu verausgaben. Auf Dauer gibt es Energieverluste, oder Deine Ladung / Disharmonie steigt stark an. Das merkst Du z. B. daran, dass Du innerlich nervös, unausstehlich oder unachtsam wirst. Die fehlende Achtsamkeit wiederum kann zu Unfällen führen. Genauso können auch körperliche Blockaden, z. B. an der Wirbelsäule, Dich für eine Weile außer Gefecht setzen.

 

Eigentlich ereignen sich solche Vorkommnisse (besser gesagt: Dein Geist erschafft sie sich selbst), damit Dein Organismus die Zeit bekommt, die er benötigt, um seine Energiespeicher wieder aufzufüllen und um sich zu besinnen. Spätestens, wenn sich Negatives mehrmals wiederholt, wird eine Entscheidung fällig…

 

Sende das aus, was Du gerne vom Leben oder von anderen bekommen möchtest:

Sei großzügig, ehrlich, authentisch, offenherzig, freundlich, den Menschen wohlgesonnen, trage die Liebe weiter und verzichte darauf, andere zu verurteilen oder in Schubladen zu stecken u.v.m. Versuche es zumindest…

 

Mit Deiner Individualität kannst Du ganz viele Menschen anstecken. Durch Dein Sein erinnerst Du die anderen indirekt daran, dass sie ebenfalls Positives in die Welt tragen können...

 

 

Hast Du Dich auch schon einmal gefragt:

„Bin ich so, wie ich bin, authentisch? Ist das mein wahres Naturell? Bin das tatsächlich ich?“

 

Möglicherweise hattest Du wie ich bereits mehrmals das Gefühl:

 

„Das bin ich nicht!“ oder „Ich mache Dinge, die mir überhaupt nicht entsprechen!“

 

Das Fremde kann z. B. von den Eltern und Ahnen kommen (anerzogen oder ererbt). Man kann es auch angenommen haben, weil man meint: „Mit dieser oder jener Schwäche bin ich nicht gut genug“, und es müsste etwas kompensiert werden.

Wie wird man alles wieder los? Ich bin überzeugt, mit der inneren Entscheidung, alles Übernommene, Anerzogene etc. "abzuschütteln", sowie die Absichtserklärung das ureigens Selbst zu leben. So beginnt ein Loslösungs- und Selbstfindungsprozess, der das zur Entfaltung bringt, was schon lange darauf wartet, sich auszubreiten...

 

Oft trainiert man sich etwas an oder übernimmt gewisse Eigenheiten nur, weil es heißt, damit käme man gut an. Kennst Du das? Vielleicht hat auch von Dir jemand gefordert, eine gewisse Eigenschaft herauszukehren oder Dir etwas anzugewöhnen, das Dir überhaupt nicht liegt (und Du machst es, obwohl es Dir widerstrebt?)

 

Eventuell ahnst Du, dass Du lange Zeit nur verschiedene Rollen gespielt hast? Falls ja, kannst Du jetzt entscheiden, damit aufzuhören. Deshalb ist es schlau, sein ureigenes Ich zu suchen, und noch besser: es zu finden und zu leben.

 

 

Doch, was ist das ureigene Ich?

Das ist die Idee, die Gott oder das Universum von Dir gehabt hat. Du wärst nicht auf der Welt, wenn es nicht eine Idee von Dir gegeben hätte, die alles Besondere ausdrückt, was Dich heute ausmacht.

 

Dein ureigenes Ich wird genährt von Deinem höheren Selbst, welches mit den universellen Schöpferkräften gekoppelt ist. Somit haben wir die Stärke, "Manifestierer" zu sein und etwas zu erschaffen. Wir sind in der Lage, auf der Erde Eindrücke zu hinterlassen - super, wenn diese positiv und für nachfolgende Generationen unterstützend sind.

 

Das ureigene Ich ist frei von Verfremdungen, frei von Irritationen, heil, stark und voller Vertrauen. Es ist sich auch der Talente und Stärken bewusst, die gelebt werden möchten.

 

Dein ureigenes Ich in Dir kennt ebenso den Plan, den sich Deine Seele vorgenommen hat - die Aufgaben, die erfüllt, und die Wahrheiten, die erkannt werden wollen… Es hat eine Verbindung zum Göttlichen und begleitet Dich selbst dann, wenn Du zu bestimmten Zeiten nicht Deine Identität leben kannst...

 

 

Die Frage ist nur, ob ich ihm Beachtung schenke.

Selbst wenn uns die vielen Besonderheiten, die wir in uns tragen, aber auch Potenziale, die wir noch zur Entfaltung bringen möchten, noch nicht alle bewusst sind: Sobald wir uns regelmäßig auf unser ureigenes Ich besinnen oder fokussieren, es wieder in den Vordergrund treten und sich entfalten lassen, passiert etwas Positives in unserem Leben. Daran glaube ich ganz fest.

 

Oft kommen Ratsuchende in meine Praxis, die Stress mit ihrer Identität haben. Teste ich mit dem Armlängentest den Satz: „Ich bin ich!“ aus, kommt bei vielen ein Nein. Daraufhin fordere ich den Betreffenden gerne auf:

 

„Stell dir dein ureigenes Ich vor, nimm Kontakt zu ihm auf! Auch wenn Du jetzt nicht weißt, welche Merkmale es genau hat. Die Information ist in Deinen Zellen und in Deinem ganzen System gespeichert.“

 

So helfe ich den Klienten, sich wieder zu erinnern. Auch ich selbst muss das immer wieder tun. Manche beginnen bei dieser Vorstellung zu lächeln und richten sich auf. Erstaunlich ist dann, sobald die Kontaktaufnahme stattgefunden hat (auf welchen geistig-seelischen Ebenen auch immer) - zeigen die Arme in den allermeisten Fällen ein Ja.

 

Diese Prozedur scheint eine Stärkung zu bewirken. Gerne unterstütze ich den Prozess mit dem innerwise Heilatem. Das ist eine einfache und effektive Atemtechnik, mit der man z. B. alles Fremde, Unbrauchbare und Irritierende, was man in seinem System gespeichert hat, durch wenige Atemzüge verabschiedet.

 

Ich selbst mache das bei Bedarf auch beim Spazierengehen. Dabei frage ich mich:

 

„Wie fühlt sich mein ureigenes Ich an? Wie sieht aus? Was ist es genau?“

 

Anschließend versenke ich mich in diese Fragen und vertraue, während ich gehe, darauf, dass die Verbindung zu meinem ureigenen Ich gestärkt wird.

 

Vielleicht gefällt Dir diese Idee der „aktiven Meditation“! Oder Du meditierst in Stille zu Hause über das Thema. Denn ich ahne: Das ureigene Ich ist schillernder, kraftvoller, vielfältiger und vollkommener, als Du Dir im Moment vorstellen kannst.

 

Auf jeden Fall habe ich mich entspannt auf den Weg gemacht, mein ureigenes Ich kennenzulernen, und ich bin neugierig, was sich zeigen wird :)

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Helge Jany (Sonntag, 14 Januar 2018 20:49)

    lieber Robert, so ein feiner Artikel, direkt aus dem Herzen geschrieben für Deinen Weg und uns alle, die wir jeden Tag auf der Suche sind , uns besser kennenzulernen und das grossartige zu entdecken, das wir sein können.
    Die Heilkarten für das Innere Kind sind wunderschön, Danke.

  • #2

    Seelenforscher.eu (Montag, 22 Januar 2018 22:10)

    Lieber Helge,
    ich danke Dir für Deine Zeilen und freu mich sehr :)
    Wir als innerwise Anwender wissen, wie wichtig es ist, seine wahre Identität zu leben.
    Schöne Grüße
    Robert :D