Gedankenhygiene

Foto: pixabay.com - vielen Dank an Gerd Altmann :-)
Foto: pixabay.com - vielen Dank an Gerd Altmann :-)

 

 

Ich weiß gar nicht mehr, wo ich den Begriff „Gedankenhygiene“ zum ersten Mal gehört habe, vielleicht in dem Video eines Yogis, der über geistige Gesundheit und Spiritualität sprach. Vor einigen Tagen war dieses Wort plötzlich in meinem Kopf präsent. Wahrscheinlich, weil mein Verstand wieder komplett voll war. Ich grüble über so viele Dinge nach und beschäftige mich mit zahlreichen Themen, meinen Mitmenschen und natürlich auch mit mir und meinem Innenleben. Manchmal brummt mir davon der Schädel. Es wird mir dann einfach zu viel, und ich bekomme Migräne oder andere Beschwerden…

 

Hast Du schon einmal davon gehört, dass ein Mensch im Wachzustand durchschnittlich bis zu 60-tausend Gedanken pro Tag hegt? Der überwiegende Teil davon ist unbewusst. Oft ist alles mit Entscheidungen gekoppelt, die automatisch ablaufen.

 

Puh, das war ein komischer Traum heute Nacht! Ich bleibe lieber noch fünf Minuten im Bett liegen. Robert, denk daran, die Blogartikel-Überschrift zu notieren! Gestern habe ich vergessen, die Balkonpflanzen zu gießen. Dusche ich gleich oder erst nach dem Frühstück? Ach, ich muss mir noch eine neue Zahnpastatube kaufen. Der Badezimmerspiegel gehört auch mal wieder poliert. Boah! Sehe ich da gerade ein ewig langes Haar an meinem Ohrläppchen? Voll ekelig, das muss unbedingt weggezupft werden!

Fenchel- oder Pfefferminztee? Nie wieder kaufe ich diese mehlige Apfelsorte! Heute nehme ich den pikanten Brotaufstrich mit Tomate. Oh schön, die Sonne scheint, aber ich muss unbedingt bald die aufgelaufenen Emails beantworten! Wird der Paketbote dieses Mal zur gewohnten Zeit kommen oder erst später? Bis Vormittag habe ich die Banküberweisungen zu tätigen. Ich möchte am Nachmittag unbedingt noch mit einer Freundin telefonieren. Ach, den Anrufbeantworter habe ich noch nicht abgehört…“

 

 

Gedanken ohne Ende! So geht es ewig weiter.

Das waren bereits mindestens 17 Gedankensätze, und es sind noch viele weitere, wenn wir alle einzelnen Begriffe als Gedanken zählen. Vergessen wir außerdem nicht, was Familienmitglieder, Freunde, Bekannte, Kunden, Klienten, Vorgesetzte, Kollegen, Unbekannte usw. durch ihr Auftreten auf unserer mentalen Ebene auslösen bzw. dort antriggern. Unsere innere Kommunikation, die nicht beständig positiv ist, ist hier mit eingeschlossen. Wir sind eher darauf gepolt, das Negative zu sehen und zu denken, ganz nach dem Motto:

 

„Finde den Fehler!“

 

Darauf wurden wir schon in der Kindheit und vor allem in unserer Schulzeit durch Erziehung und Prägung geeicht. Häufig merken wir nicht, dass wir uns gerade kritisieren, uns nicht wohlwollend begegnen, ja sogar verurteilen. Du weißt sicher:

 

Gedanken haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Psyche und den Körper, sie können stärkend oder schwächend wirken.

 

Wenn Du wie ich sensitiv bist und ein relativ reizbares Nervensystem hast, das deutlich auf Druck, Hetze, Stress usw. reagiert, wenn Du vielseitig interessiert und in der Lage bist, Inspirationen, Ideen, Impulse und Einflüsse von außen aufzunehmen, aber auch wenn Einfühlsamkeit Deine Stärke ist und Du aufmerksam das Weltgeschehen verfolgst, dann brauchst Du definitiv Gedankenhygiene! Denn auf jeden Menschen prasseln den ganzen Tag ungeheuer viele Eindrücke ein, die langfristig überfordernd sein können.

 

Wenn alles zu viel wird, reagieren nicht wenige mit Kopfschmerzen, Migräne oder anderen Symptomen. Ärzte, Therapeuten und Psychosomatiker sprechen in diesem Fall von Reizüberflutung. Gerade denke ich an eine Aussage von Rudolf Steiner, den Erfinder der Waldorfpädagogik und Begründer der Anthroposophie (mit 19 Jahren begann ich, einige Bücher über ihn zu lesen):

 

 

„Jeder Gedanke ist eine Idee und jede Idee ist ein Wesen…“

Er beschreibt weiter, dass jedes Wesen in der geistigen Welt eine Gestalt hat. Diese Gestalt verbindet sich mit dem Denkenden. Ich bleibe jetzt einmal bei dem Wort „Wesen“.

 

Für unser Gehirn spielt es übrigens keine Rolle, ob etwas in der Phantasie oder live passiert. Rein naturwissenschaftlich gesehen sind Gedanken Bewusstseinsinhalte, die bestimmte Prozesse im Gehirn aktivieren bzw. in verschiedenen Gehirnarealen als Nervenimpulse messbar sind. Anthroposophisch Interessierte hingegen gehen wie Rudolf Steiner davon aus, dass das Ich, der Astralleib, der Ätherleib und der physische Leib eines Menschen sich mit jedem Gedankenwesen / mit allen Ideen in einer gewissen Weise auf vielen nicht sichtbaren Ebenen verbinden. Je nach Resonanz, Charakterstruktur, Lebenserfahrung und Karma sind die Wirkungen dabei unterschiedlich:

 

Manche Gedanken lassen uns kalt, andere wiederum berühren uns und bringen etwas zum Schwingen oder zum Klingen.

 

Etwa 60-tausend Gedanken jeden Tag, und alle sind geistige Wesen! Wer weiß, wie groß und mächtig sie in den verschiedensten Dimensionen sind? Stell Dir vor, Du würdest täglich 60-tausend Menschen treffen, Dich mit ihnen abgeben und auseinandersetzen müssen usw. Zu meiner Zeit als Gastronom hatte ich an Wochenenden täglich mit bis zu 300 Gästen zu tun. Schon diese Menge hatte gereicht und mir wirklich zu schaffen gemacht…

 

Wenn es uns nicht gut geht, wir überfordert, ausgelaugt oder mitgenommen sind, dann sollten wir uns fragen:

 

 

„Mit was oder wem habe ich mich verbunden, dass ich mich gerade so unwohl fühle?“

Genau darauf haben wir zu achten, welche Verbindungen wir durch unsere Gedanken eingehen! Vergleiche dazu die Erfahrungen aus dem Lebensalltag. Die mentale Ebene eines Menschen und auch sein gesamtes System können beeinträchtigt bzw. gestresst werden, wenn Achtsamkeit fehlt:

 

Wir lenken uns mit Überflüssigem ab, verlieren uns in unwichtigen Details, haben manchmal aus heiterem Himmel völlig unsinnige Gedanken, die uns Rätsel aufgeben. Befürchtungen, Ängste und Sorgen um Eventualitäten, die sich vielleicht nie realisieren, sind meistens mit von der Partie. Möglicherweise sind wir ein wenig fanatisch und versuchen, mit aller Macht etwas zu erreichen, ohne auf den richtigen Zeitpunkt zu warten oder zu wissen, ob es überhaupt zum individuellen Seelenplan passt. Wie bereits erwähnt, sind wir oft voller Kritik, Destruktivität, Lieblosigkeit und Verurteilung. So machen wir uns selbst unser Leben schwer. Leichtigkeit, Freude und Gelassenheit? Fehlanzeige…

 

Um einen Ausgleich zu schaffen und eine Veränderung zu erreichen, sollten wir versuchen, regelmäßig Gedankenhygiene zu betreiben – wie das tägliche Zähneputzen!

 

 

Kraftorte aufsuchen ist auch eine Idee... Foto: unsplash.com - many thanks to Elijah Hiett :-)
Kraftorte aufsuchen ist auch eine Idee... Foto: unsplash.com - many thanks to Elijah Hiett :-)

Das geschieht, wenn wir …

  • meditieren und dadurch unseren Geist beruhigen.
  • beobachten, was wir den ganzen Tag über denken. Jeden Tag sind wir in der Lage zu entscheiden, welchen Gedankeninhalten wir Raum geben und welchen nicht.
  • den Fokus und die Konzentration auf etwas Bestimmtes richten, z. B. auf einen neuen positiven Glaubenssatz oder eine wohlwollende Absicht.
  • so wenig wie möglich kritisieren und urteilen. Vor allem negative Bewertungen ziehen unzählige Folgegedanken mit sich, die Energiemangel hervorrufen können und eine problematische Denkspirale in Gang setzen.
  • versuchen, unsere Vergangenheit zu klären, indem wir alte übernommene oder in uns entstandene Gedankenmuster auflösen.
  • uns körperlich betätigen, z. B. durch Sport, Yoga oder andere Bewegungsformen.
  • uns für Digital Detox entscheiden. Die Nachrichtenkanäle, sozialen Netzwerke, Streamingdienste usw. beeinflussen uns extrem. Nicht selten sind strategische, bewusst gesetzte Manipulationen aktiv, um eine Verhaltensänderung bei Konsumenten zu bewirken.
  • in die Natur gehen. Die positive Wirkung eines Waldspaziergangs zum Beispiel hängt damit zusammen, dass der Spaziergänger Verbindungen mit vielen natürlichen Wesen eingeht, die heilsame Prozesse aktivieren. Im gesamten Kosmos gibt es diese Wirkungen - unzählige Energien warten nur darauf, jedem Menschen Gutes zu tun. Dasselbe gilt auch für die Pflanzenwelt im Garten.
  • Unsere Talente und unser künstlerisches Potenzial ausleben. In die Welt der Farben einzutauchen, mit formbaren Materialien aus der Natur zu hantieren, zu musizieren, zu singen oder sich anderweitig schöpferisch zu betätigen, eröffnet uns neue Dimensionen, die stressauslösende weltliche Gedanken in den Hintergrund rücken oder relativieren und – zumindest temporär – sogar komplett ausschalten.
  • das heilende Atmen für das Solarplexus-Chakra – den Sitz unserer individuellen Persönlichkeit - durchführen. Dieses befindet sich oberhalb des Bauchnabels auf Höhe des Solarplexus, der auch als Sonnengeflecht bezeichnet wird. Es stellt den Fluss zwischen Fühlen und Verstehen her. Diese Gegend braucht nach meinen Testungen besondere Aufmerksamkeit, da hier - während wir anderen Menschen begegnen - viele Gedanken und Ideen aufgenommen und verarbeitet werden. Dieser Bereich wirkt wie ein Filter für Fremdenergien, die nicht ins System eindringen sollen.
    ...

Welche Arten der Gedankenhygiene kennst Du? Schreib Deine Idee in die Kommentare!

 

 

Meine Überzeugung ist, dass es jedem guttun wird, regelmäßige „Reinigungsrituale“ zu praktizieren.

Verabschieden wir alles Negative, Unbrauchbare, Überflüssige und Irritierende aus unserem Gedankensystem. Dazu hat jeder seine eigene Methode zu finden.

 

Starte mit Folgendem:
Mach Dir bewusst, welche negativen Sätze Du mit Dir herumträgst. Oft sind sie nach Konflikten und unschönen Erlebnissen in der Vergangenheit entstanden. Gewöhn Dir an, Dich und Dein Innenleben immer wieder wahrzunehmen. Beobachte Dich! Fällt Dir beispielsweise auf:

 

„Ah, ich bemerke gerade Wut in mir…“, „Jetzt habe ich mich gerade verurteilt!“ oder „Ich registriere gerade ein ´Ich bin nicht gut!´ in meinem Denken…“,

dann bewerte dies nicht und lehne es nicht ab! Das, wogegen Du ankämpfst, wirst Du nicht los.

 

Deshalb ist es so wichtig, sich in Annahme zu üben, selbst wenn es manchmal absolut schwerfällt.


Es bedeutet nicht, dass Du das, was aktuell passiert oder gerade in Dir ist, toll finden musst. Bejahe Deine Wahrnehmung, akzeptiere sie und leiste keine Gegenwehr. Jede Emotion, aber auch jeder Gedanke darf da sein…

 

Vielleicht hast Du danach den Impuls, eventuelle negative Glaubenssätze in positive umzuwandeln. Finde das entsprechende Gegenstück! Denkst Du beispielsweise: „Ich zweifle an mir!“, formuliere es um in: „Ich beginne, an mich zu glauben!“

 

 

Was brauche ich in meinem Leben nicht mehr? Was ist zu klären? Wovon möchte ich mich befreien? Welcher Müll darf herausgetragen werden? Was will ich loslassen? Was möchte ich in mein Gedankenfeld einladen?

 

Verwende diese oder ähnliche Fragen, um Dich zu erkennen und neu auszurichten. Nach und nach veränderst Du damit Dein Denken und förderst eine positive gedankliche Grundhaltung…

 

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Birgit (Sonntag, 09 August 2020 09:12)

    Gedankenhygiene finde ich auch sehr wichtig.
    Manchmal fühle ich mich auch einfach nicht richtig da oder ich habe das Gefühl als hätte ich was auf dem Kopf sitzen. Und das schon Frühs wenn ich aufstehe. Was passiert da in der Nacht mit uns? Fangen wir uns was ein? Das hat dann nichts mit Gedankenhygiene zu tut sondern wahrscheinlich eher mit Reinigung der Energiekörper.

    Du beschreibst das gut. Wenn zuviel Gedanken im Kopf sind und das einem klar wird genügt oft ein Schritt zurückzutreten und sich bei dem was man tut zu beobachten und immer im Augenblick zu leben. Und das ist eine ziemliche Herausforderung. :)

  • #2

    Seelenforscher.eu (Sonntag, 09 August 2020 11:07)

    Hallo liebe Birgit,
    vielen Dank für Deine Gedanken. :) Das, was Du beschreibst, kenne ich auch. Wenn es nicht mit physischen Faktoren, wie z. B. am Vorabend das Falsche gegessen oder getrunken, zu tun hat, dann kann man kinesiologisch erforschen und austesten, was da in der Nacht passiert. Deshalb finde ich Deine Frage wichtig.
    Manche Menschen haben energetische Zugänge (selbst oder von jemand anderen erschaffen), die nur nachts die Tür für Fremdenergien sind. Es lohnt sich auf jeden Fall, auf die Suche zu gehen, wenn man am Morgen nicht so klar aufwacht. Oft hat es mit dem Energiefeld zu tun, welches tagsüber irritiert wurde.
    Ich sehe es auch so, wenn der Kopf voll ist, hilft meist nur ein einziger Schritt, bewusst zurückzutreten. Am besten gelingt es meiner Erfahrung nach in der Natur. Viele Grüße
    Robert :D

  • #3

    Ulrich (Montag, 10 August 2020 16:51)

    Danke, lieber Robert, für Deine Beiträge, die ich fast wöchentlich lese und die mich immer wieder bereichern. Das Thema Gedankenhygiene greife ich dankbar auf in meiner Tagesroutine. Danke, daß Du uns Deine tiefgehenden Gedanken auch zu unserem Nutzen teilen läßt.
    LG aus der Nordheide Ulrich

  • #4

    Seelenforscher.eu (Dienstag, 11 August 2020 00:36)

    Hallo lieber Ulrich,
    vielen Dank für Dein Feedback, das mich sehr motiviert. :D
    Ich muss mich selbst auch immer wieder an Gedankenhygiene erinnern.
    Schöne Grüße aus Berlin
    Robert :)