Sätze, die Dir helfen, Deine Gefühle anzunehmen und loszulassen

"Gefühlskinder"... (Foto: pixabay.com)
"Gefühlskinder"... (Foto: pixabay.com)

 

 

„DU MUSST EINFACH LOSLASSEN!“
Diese Formulierung hast Du bestimmt schon einmal gehört. Außenstehenden, die nicht unmittelbar betroffen sind, geht dieser Satz relativ leicht über die Lippen. Es wird häufig vom Loslassen gesprochen, besonders in spirituellen Kreisen. Wie schön wäre es, würde das so einfach gelingen!

 

Es ist jemand gestorben? Lass so bald wie möglich Deine Trauer los!

Du bist wütend? Dann lass auch diese Emotion einfach gehen!

Du hast irgendwelche Ängste? Sobald Du sie loslässt, wird es Dir besser gehen – ist doch klar!

 

Ich bleibe mal beim Beispiel Ängste: Vor allem unerklärliche oder irrrationale Ängste, die im Innersten auftauchen, können ausgesprochen belastend sein. Der Betroffene weiß zwar möglicherweise, dass sie in den meisten Fällen unbegründet sind, und trotzdem sind sie da (meist auf Verstandesebene). Feststeht, sie produzieren unangenehme körperliche Reaktionen und werden somit fühlbar…

 

Welche Hintergründe und Ursachen sie auch immer haben mögen: Sie verschwinden nicht, wenn dem Betroffen geraten wird, sich z. B. keine Sorgen zu machen und Ängste einfach loszulassen...

 

„Du brauchst keine Angst zu haben!“

 

Das sagen Eltern oft ihren Kindern, wenn diese sich vor etwas fürchten. Doch erinnere Dich einmal zurück, als Du als kleines Mädchen oder als kleiner Junge Angst hattest und diese Aussage hörtest! Meinst Du, sie hat Dir geholfen?

 

Ich glaube wohl, eher war es die Geste der Eltern, wenn sie Dich dabei in den Arm genommen haben, um Dir zu zeigen, dass Du behütet bist bzw. dass Mama und Papa Dich nicht alleine mit Deinen Sorgen lassen. Oder eine Aussage wie z. B., dass es Schutzengel gibt, die auf Dich aufpassen…

 

 

Da sind wir schon beim Thema! Gefühle verwandeln sich nicht oder lösen sich nicht auf,

sobald man versucht, sie durch verharmlosende Sätze herunterzuspielen. Sicherlich ist es die Absicht der Eltern zu trösten, doch sehr oft wird unbewusst mit Beschwichtigungen einfach nur alles „weggewischt“…

 

Interessant und hilfreicher wären Bestärkungen wie:

 

„Angst zu haben ist menschlich! Du darfst Angst haben! Dieses Gefühl will dir etwas mitteilen! Dränge es nicht weg, sondern schau es dir genauer an! Wo sitzt denn deine Angst? Indem du dich ihr zuwendest und sie da sein darf, beginnt sich etwas zu verändern…“

 

Emotionen und deren Energie bleiben im Organismus – selbst wenn man versucht, sich abzulenken, z. B. durch Geschäftigkeit. Gefühle weg haben zu wollen funktioniert ebenfalls nicht. Man kann sich noch so anstrengen, die Angst aus seinem System so schnell wie möglich zu verabschieden. Bevor sie nicht geklärt wurde, gelingt dies nicht.

 

Versuch es mit einer forschenden Haltung:

„Warum, wieso, weshalb taucht sie auf? Was hat sie mir zu sagen?“

 

Häufig versuchen wir, Gefühle zu verdrängen oder zu betäuben. Da gibt es genügend Hilfsmittel, die jedoch das Problem natürlich nicht lösen…

 

Die Überschrift dieses Blogartikels hat schon eine Maßnahme genannt, die vor dem Loslassen notwendig ist: Das Annehmen! Und das ist wohl eine der größten Herausforderungen, besonders im Falle von Ängsten, die sich bis zu Panik-Attacken verstärken können!

 

 

Wie schaffe ich es, Emotionen anzunehmen? Meine persönliche Erfahrung ist:

1. Indem ich zuerst einmal beobachtend feststelle, welches Gefühl genau mir zu schaffen macht. (Dieser Versuch zeugt von: „Ich traue mich hinzuschauen…“)

 


2. Indem ich im nächsten Schritt vor allem auf Bewertungen verzichte. Das finde ich äußerst wichtig! Wie oft sagt dann der Verstand:

 

„Dieses Gefühl ist nicht gut / schlimm / furchtbar / sollte nicht sein!“ usw.

 

Mit diesen Urteilen erzeuge ich eine Gegenenergie, einen inneren Kampf – ich sträube mich und bin dadurch eben nicht bereit anzunehmen, was sich zeigt. Ich könnte auch sagen:

 

Man erschafft damit ein „Wegdrücken“. Und Du bist sicherlich auch davon überzeugt, dass jede Art von Druck kontraproduktiv ist…

 


3. An folgende Fragestellung denken die meisten Betroffenen nicht:

„Gehört das, was ich fühle, überhaupt zu mir? Ist es in mir entstanden? Oder habe ich von jemand anderem etwas aufgeschnappt?“

 

Diese detektivische Arbeit zu vollziehen bringt absolut weiter. Wer kinesiologische Testmethoden gelernt hat, der kann seine Vermutungen ruck, zuck überprüfen. Denn Deine innere Weisheit kennt die Wahrheit und teilt schnell mit:

 

„Dieses Gefühl ist meines oder nicht!“

 

 

Wir schnappen ungeheuer viel aus unserem Umfeld auf – je nachdem, welche Resonanz wir zu den uns irritierenden fremden Gefühlen haben.

Manche Menschen laden unbewusst und meist ohne böse Absicht ihre destruktiven Gefühle bei uns ab. So werden wir ungewollt zu „Mülleimern“…

 

Hat man fremde Gefühle in sich festgestellt, kann man sie z. B. durch Heilatmen oder durch andere Techniken verabschieden. Sie auf geistig-seelischer Ebene dem Absender zurückzugeben kann auch ebenfalls erforderlich sein.

 

Mit der innerwise Methode macht man das in Kombination mit verschiedenen Heilfrequenzen. Derjenige, zu dem die Emotionen gehören, erhält virtuell „Geschenke“ in Form von Heilkarten überreicht, damit er die entstandenen Energien eigenverantwortlich klären kann…

 

Die Weihnachtsfeiertage sind noch gar nicht so lange vorbei. Mir ist in den letzten Jahren aufgefallen: Schon in der Vorweihnachtszeit bekomme ich immer wieder einen Schub „Gefühls-Wirrwarr“:

 

 

Heilkärtchen aus der innerwise Heilapotheke... (www.innerwise.com)
Heilkärtchen aus der innerwise Heilapotheke... (www.innerwise.com)

Emotions-Chaos am Jahresende...

Einerseits fühle ich das Glück, den Wohlstand und die Freiheit, mit denen wir als Nordeuropäer leben dürfen, und andererseits nehme ich in mir Traurigkeit, Rührung, Melancholie, aber auch Wut wahr. Wütend werde ich schnell, sobald ich über die Rücksichtslosigkeit, den gedankenlosen Konsumwahn und die politischen Aktivitäten oder die vielen skrupellosen Aktionen der Finanz- und Konsumgüterindustrie in der Welt nachdenke...

 

Im Dezember des vergangenen Jahres spürte ich wieder einmal das Gefühl von tiefer Traurigkeit und Resignation. Sobald ich das feststellte, tauchte ein „Wieso?“ in meinem Geiste auf. Dem wollte ich jetzt mit meiner gerade geschilderten Vorgehensweise nachgehen. Ich bin ja gerne Analytiker, nur zu schnell beginnen mein Verstand und mein Forschergeist zu grübeln, zu untersuchen usw.

 

Eigentlich hatte ich vor, auf eine dringende E-Mail zu antworten, und gewohnheitsmäßig checkte ich davor kurz meine Facebook-Nachrichten. Beim Überfliegen meiner Timeline sah ich das geteilte Video eines amerikanischen Yogis, der erklärte:

 

 

„Wir sind nicht unsere Gefühle, wir sind nicht unsere Gedanken!“

Boah! Da hat mir das Universum doch gleich eine prompte Antwort auf meine Grübelei geschickt, und sofort war mir klar, was ich zu tun habe.

 

Im Video hieß es weiter:

„Lass deine Gefühle und Gedanken einfach kommen und gehen! Beurteile sie nicht! Beobachte sie nur. Sieh es als etwas Natürliches an, wie Wolken, die kommen und gehen, mal trüben sie die Sonne, und dann ziehen sie wieder weg, und alles wird wieder licht… Nach Wolken und Regen kommt wieder Sonnenschein…“

 

Diese Inspiration fand ich ausgesprochen wertvoll. Sie motivierte mich außerdem, diesen Artikel zu schreiben. Ich musste also gar nicht ständig analysieren, sondern dieses Mal hatte ich einfach die Aufgabe, Gefühle weiterziehen zu lassen.

 

 

Hier habe ich Dir weitere Sätze aufgelistet, die Dir helfen können, alle Emotionen (und evtl. mit ihnen verbundene Gedanken) anzunehmen, um sie später loslassen zu können:

Ich beobachte meine Gefühle / Gedanken.

 

Ich nehme sie wahr und registriere sie.

 

Ich höre auf zu urteilen / zu bewerten.

 

Ich lasse es, sie in die Kategorien „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen.

 

Ich darf wütend / traurig / ängstlich… sein.

 

Ich erlaube mir alle Gedanken im Kopf - auch negative.

 

Ich akzeptiere dieses Gefühl / diese Regung.

 

Alles darf da sein.

 

Ich nehme alles an.

 

Es ist im Moment, wie es ist.

 

Gedanken und Gefühle kommen und gehen.

 

Falls Du doch weiterzuforschen hast:

Ich beginne zu klären, weshalb diese Gefühle / Gedanken auftauchen.

 

Ich erforsche, ob die Gedanken / Gefühle zu mir gehören oder nicht.

 

Zum Thema „Vertrauen“:

Ich vertraue darauf, dass sich alles klärt.

 

Ich vertraue darauf, dass ich unterstützt werde.

 

Ich vertraue darauf, dass ich behütet bin.

 

 

Ein idealer Satz, der dabei hilft anzunehmen, was sich zeigt...
Ein idealer Satz, der dabei hilft anzunehmen, was sich zeigt...

Die drei letzten Sätze sind deshalb bedeutend, weil Ängste im Grunde Ausdruck für fehlendes Vertrauen sind.

Deshalb geht es bei der Behandlung von Ängsten immer auch darum, sein Vertrauen zu stärken...

 

In meinen Behandlungen gebe ich meinen Klienten bei der Transformation ihrer Ängste gerne den Tipp, z. B. wenn wir Bilderreisen durchführen:

 

„Sieh Deine Emotionen und Gedanken wie Kinder an, die einfach nur wahrgenommen und angenommen werden möchten! Lass sie wie Kinder spielen und frei überall hinlaufen, wohin sie möchten! Manche sind klein, groß, dick, dünn, frech, traurig, wüst, schüchtern, forsch, hübsch oder hässlich… Später kannst Du versuchen, dich diesen Kindern zu nähern und sie irgendwann zu umarmen. Und wenn es Dir möglich ist, Dein Herz zu öffnen, dann zeig ihnen Deine Liebe…“

 

Meistens passiert durch diese Vorstellung / diesen Versuch etwas: Eine Verwandlung findet statt. Vor dem geistigen Auge des Klienten verändert sich die Gestalt der „Gefühlskinder“ fast immer zum Positiven, oder die Gestalten lösen sich auf, das Drama ist beendet, und zum Schluss der Bilderreise ist der Raum angenehm hell und leer…

 

Das ist ein lohnenswertes Ziel:
Gefühle, die wir früher als negativ eingestuft haben, zu Energien zu transformieren, die uns nützen, weil wir sie bejahen und nicht mehr gegen uns verwenden. (Dies passiert, solange wir uns als Opfer fühlen oder in Dramen abrutschen…)

 

 

Die Ablehnung ist es, die Schwierigkeiten mit sich bringt. Versuche es gerade deshalb mit folgenden Gedanken:

„Ich darf traurig, wütend, verängstigt – was auch immer – sein!"
Ich darf sogar hassen, denn wenn dieses Gefühl auftaucht, hat es einen Grund. Es kann nicht weggezaubert werden, sondern:

 

ALLE Gefühle gehören zum Menschsein dazu – auch die destruktiven und negativen…

Nehmen wir sie an! Und zugleich können wir überlegen, ob wir unser Befinden von diesen Emotionen bestimmen lassen wollen. Sobald Du Dich entscheidest, kein Spielball Deiner Gefühle mehr zu sein, und sobald Du die Beobachterrolle einnimmst, wirst Du zum Agierenden und bleibst nicht in der Position des Re-agierenden…

 

Wichtig ist es, sich in diesem Prozess Zeit zu geben. Wir haben ja häufig die Tendenz, ungeduldig zu sein. Geduld, Wohlwollen und Klärungsbereitschaft sind die Schlüssel.

 

Ich freue mich, wenn Du Dich beim nächsten Loslassversuch an meine Tipps erinnerst und alles Belastende und Irritierende erfolgreich verwandelst und verabschiedest! :)

 

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Doris Sorgmann (Sonntag, 27 Januar 2019 07:57)

    Vielen Dank lieber Robert für deinen wertvollen Beitrag! Ich hoffe dass dein Beitrag viele betroffene Menschen und Therapeuten erreicht! Herzliche Grüße, Doris

  • #2

    Grit (Sonntag, 27 Januar 2019 19:56)

    DANKE!! wiedermal hilfreich, klar und einfach . Danke , lieber Robert.

  • #3

    Helge (Montag, 28 Januar 2019 21:26)

    lieber Robert,
    es gibt noch einen schönen Satz, den ich mal in einem Glückskeks hatte:
    "glaube nicht alles, was Du denkst"
    der bringt mich rasch wieder zurück, wenns mal schwieriger ist
    vielen Dank für den schönen blog

  • #4

    Seelenforscher.eu (Donnerstag, 31 Januar 2019 20:00)

    Hallo Ihr Lieben :)
    Vielen Dank für Eure Kommentare, ich freu mich.

    @Doris: Das würde mich happy machen! Energetische Berater haben ja die Funktion, ihre Klienten zu inspirieren und sie in ihren Erkenntnisprozessen zu unterstützen. Es wäre schön, wenn meine Vorschläge auch die Therapeuten unterstützen. :D

    @Grit: Dankeschön liebe Grit, dass Du meine Beiträge verfolgst und meine Inspirationen als hilfreich bezeichnest... :)

    @Helge: "Glaube nicht alles, was Du denkst" - das ist echt eine super tolle Erinnerung für mich! Wenn ich mich mal wieder in der Analytik verheddere, dann werde ich an diese Aussage denken. :D

    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
    Robert