"Ich gebe mein Bestes!"

Foto: pixabay.com - many thanks to "GLady" :)
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Diesen Satz will ich Dir sehr ans Herz legen. Er drückt für mich aus, dass man im Rahmen seiner momentanen Möglichkeiten alles in seiner Macht Stehende tut, um eine Situation zu verbessern.

 

Weshalb ist diese Aussage so wichtig? Sie ist wichtig, weil wir uns regelmäßig irgendwelche Beschwerden anhören müssen - von Vorgesetzten, Kollegen, Lehrern, Kunden, Partnern, Eltern und anderen Familienmitgliedern usw.

 

Wenn uns unsere Mitmenschen kritisieren oder wir uns selbst in Gedanken verurteilen, dann deshalb, weil im Kopf eine bestimmte Vorstellung verankert ist, wie etwas zu sein hat.

"Es hat perfekt zu sein..."

Den meisten ist es in vielerlei Hinsicht gar nicht so bewusst, dass sie bestimmten Idealen nachstreben, die zu ganz schön viel Druck im Leben führen können. Diese Ideale werden von unterschiedlichen Einflüssen geprägt: Moral, Kultur, Religion, Erziehung, Zeitgeist, Vernunft usw.

 

In ihrer beruflichen Arbeit hingegen entscheiden sich viele Leute ganz bewusst für die Perfektion. Sie ist erforderlich, damit gute Produkte entstehen, die sich beim Konsumenten einprägen. Auch Künstler beeindrucken oft mit ihrer meisterhaften Genauigkeit.

 

 

Auf jeden Fall fällt Perfektion auf!

Je nachdem, welche Motivation dahinter steckt, erinnert sie uns entweder an das Göttliche (wenn sie mit Liebe durchdrungen ist), oder sie wirkt einfach nur kalt, reizlos und langweilig.

 

Denken wir an die menschliche Natur, dann wissen wir: Niemand ist perfekt! Du bist es nicht, ich bin es nicht - kein Mensch ist es. Warum? Weil wir ständig lernen und uns auf dem Weg der Weiterentwicklung befinden.

 

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen: Die pure / übertriebene Perfektion ist auf lange Sicht eher anstrengend. Sie macht auf Dauer verbissen, krank und kann schnell zwanghaft werden. So macht das Leben irgendwann keinen Spaß mehr.

 

Ich selbst habe es jahrelang versucht: Perfekt sein, auf alles akribisch achten, mir keine Fehler erlauben, nur um ja nicht irgendwelcher Kritik ausgesetzt zu sein. Mit diesem Vorhaben kann man nur scheitern! Denn es gibt immer jemanden, der noch perfekter ist bzw. arbeitet...

 

 

Die Garantie, unglücklich zu werden: Vergleiche Dich und Deine Leistungen mit anderen!

Das passiert leider regelmäßig in unserem Alltag: Im Beruf, in den Familien, den Schulen, den Medien etc. Es ist ein kaum zu bremsender Mechanismus, wenn man ihn nicht konsequent verhindert und gegensteuert!

 

Am besten wäre es, nicht permanent den Ist-Zustand mit dem Soll-Zustand zu vergleichen. Einfach machen und loslegen! Die Voraussetzung ist, man tut das, was einem Freude bereitet. Wer mit Herz arbeitet, der kommt der Perfektion bestimmt sehr nahe, ohne sich groß anzustrengen...

 

Zurück zu Menschen, die ständig kritisieren: Wie oft wurde von Dir etwas erwartet, was Du nicht erfüllen konntest? Die Folge war in der Regel: Du musstest Dir Vorwürfe anhören. Wer sich für spirituelle Themen interessiert, dem ist sicherlich bekannt:

 

Personen, die andauernd Kritik üben, lieben sich selbst nicht! Ohne, dass es ihnen klar ist, können sie viele Anteile in sich nicht ausstehen. Sie lehnen diese und somit sich selbst ab und projizieren ihre Antipathie nach außen auf ihre Mitmenschen, indem sie deren Taten missbilligen. Sie finden garantiert etwas zum Meckern und haben schnell Urteile parat.

 

Wer hingegen eine hohe Selbstliebe und ein starkes Selbstwertgefühl besitzt hört früher oder später auf zu kritisieren. Er hat keinen Anlass mehr, das Negative zu suchen und zu bemäkeln bzw. kann das vermeintlich Mangelhafte stehen lassen, ohne es zu kommentieren. Er konzentriert sich mit der Zeit überwiegend auf das Positive. Glaube mir: Auf diese Weise bekommt Dein Leben mehr Leichtigkeit!

 

Ich gebe zu, es ist ein Prozess. Mir ist es bis jetzt noch nicht dauerhaft gelungen. Wäre ja auch ein Wunder! Ich kenne meine "Baustellen". :)

 

Besonders, wenn meine Erwartungen enttäuscht wurden oder ich körperliche Wehwehchen zu überstehen habe, ertappe ich mich dabei, wie mein Verstand kritische Gedanken produziert. In solchen Zeiten fällt es mir schwer, die Negativität wieder zu verabschieden. Bis ich die Kurve kriege. Jedenfalls taucht nach Regen irgendwann wieder die Sonne auf. Nach einem Tief kommt wieder ein Hoch - das ist gewiss.

 

 

Wir müssen uns nicht das Leben unnötig schwer machen, sondern können uns jederzeit neu entscheiden:

Die Frage ist nur, ob wir uns Leichtigkeit erlauben und gegen die Herausforderungen kämpfen, die uns das Leben bietet, oder sie annehmen. Es kommt auf die Haltung an.

 

Besonders, wenn wir Streitereien ausgesetzt sind, sollten wir wissen: Kritik ist wie ein Angriff, und es ist nur allzu logisch, dass sich der Gegner daraufhin rechtfertigen bzw. verteidigen will. Es entstehen unangenehme Wortgefechte - Diskussionen, in denen man ungeheuer viel Energie verliert.

 

Sollte Dir einmal vorgeworfen werden, Du hättest z. B. etwas nicht richtig gemacht oder Dich falsch entschieden etc., dann versuche es mit der Formulierung "Ich gebe mein Bestes!" Beobachte, was danach passiert.

 

 

Wenn Du es aufrichtig und ehrlich meinst, dann wird Dein Gegenüber anders reagieren.

Vielleicht wird er Deine Antwort anfangs anzweifeln, doch sobald Du diese Aussage wiederholst und sofern sie nicht bloße Strategie ist, dürfte eine Streit-Eskalation verhindert werden.

 

Pole Dich darauf, rechtzeitig zu erkennen und zu stoppen, wenn es negativ wird - versuche, nicht zu kritisieren. Gewohnheiten sitzen tief, deshalb muss man es jeden Tag aufs Neue probieren.

 

Jeder macht seine Erfahrungen! Ich denke, das Miteinander wäre um vieles entspannter, wenn wir das Verständnis integriert hätten, dass jeder Mensch im Rahmen seiner Möglichkeiten und seines Entwicklungsstandes immer sein Bestes gibt.

 

Meine Lektorin Anne, die mir meine Texte korrigiert, fügt bei bestimmten Passagen immer in roter Farbe einen Kommentar hinzu. Ich musste ihn stehen lassen und konnte ihn einfach nicht löschen:

 

"Und was ist mit den Schlampen und Faulpelzen, die es sich auf Kosten anderer gut gehen lassen möchten? Ich finde, bei denen ist Nachsicht nicht angebracht!"

 

Anne hat natürlich Recht: Nachsicht wäre in diesen Fällen kontraproduktiv. Solche Charaktere können sehr viel Energie und Nerven kosten, und man sollte entscheiden, ob man sich ihnen aussetzt. Auf jeden Fall wäre es wichtig, ehrlich anzusprechen, was einen stört (wenn man gezwungen ist, mit Leuten zu kooperieren, die eine lasche Arbeitsmoral haben). Sonst wird es sehr mühsam, und Ärger hinunterzuschlucken kann auf Dauer auch nicht gut sein...

 

Gleichzeitig brauchte es je nach Situation manchmal einfach ein Nachsehen und ein Ablassen von dem Wunsch nach Perfektion und Kontrolle. Das ergibt sich nach und nach - je älter und lebenserfahrener man wird, desto eher gelingt es. Ich weiß, es ist oftmals eine Gratwanderung.

 

 

Eine andere Art der Argumentation

"Ich gebe mein Bestes!" finde ich deshalb so gut, weil diese Aussage Vorwürfen und verurteilender Kommunikation ein Ende setzt.

 

Unter anderem zeugt sie von einer ganz bestimmten Haltung, in der die Wertschätzung der eigenen Person mitschwingt. Unbewusst wird diese wohlmeinende Aussage auch andere inspirieren - da bin ich mir sicher!

 

Es gibt noch einen Ausdruck, der eine optimale Ergänzung sein kann:
"Ich bin auf dem Weg!"

 

Lies dazu meinen Artikel:
"Ich bin auf dem Weg - ein ideales Mantra für weniger Druck im Leben"

 

Und zum Abschluss einen Satz für alle, die bisher geglaubt haben, Kritik muss sein:

 

"Ich bin perfekt, weil ich nicht perfekt bin!"

 

Vielleicht ist das der Weisheit letzter Schluss ;)

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Kerstin Kramer (Dienstag, 02 Mai 2017 10:46)

    Lieber Robert, zu den Schlampen und den Faulpelzen...ich glaube auch diese Menschen tun ihr Bestes UND gleichzeitig kann ich meine Integrität wahren und zum Beispiel für mich wählen, mit diesen Menschen nicht meine kostbare Lebenszeit zu verbringen. Was ich sagen will ist, es muss ja nicht entweder nachsichtig oder nicht sein. Manchmal muss man für Nachsichtigkeit sein Bestes geben :)), jeder hat da wohl seine eigenen besonderen Faulpelze�, die uns zu immer tieferer Integrität herausfordern. Danke für deine superschönen Beiträge!
    Liebe Grüße von Kerstin

  • #2

    Seelenforscher.eu (Mittwoch, 03 Mai 2017 23:40)

    Hallo Kerstin,
    lieben Dank für Dein Statement. Ich sehe es auch so :) Und gleichzeitig habe ich das mit den "Schlampen und Faulpelzen" in den Beitrag aufgenommen, um zu zeigen, dass es immer ein Für und Wider im Leben gibt. Wir werden von Menschen und Situationen immer herausgefordert und müssen entscheiden... ;)
    Ich freu mich, wenn Dir meine Artikel gefallen.
    Viele Grüße aus Berlin
    Robert