Potenziale wollen gelebt werden

Foto: unsplash.com - many thanks to Miguel Bruna :)
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In meiner Jugendzeit wusste ich nichts von meinen Fähigkeiten, geschweige denn, welche Potenziale in mir stecken. Statt dessen verglich ich mich ständig mit meinem Zwillingsbruder, mit meinen Mitschülern und mit Freunden, die irgendetwas besonders gut konnten oder in bestimmten Bereichen glänzten.

 

Mein Bruder und ich gingen gemeinsam in dieselbe Klasse, er war z. B. ein Sport-Ass, ich dafür eine Niete auf diesem Gebiet. Dementsprechend war auch mein Selbstbewusstsein. Wir waren auf der Realschule in einer reinen Jungenklasse. Die beliebtesten und angesehensten Schüler waren die absolut Sportlichen (die z. B. gut Fuß- Hand- und Basketball usw. spielen konnten.) Darin war ich wirklich schlecht.

 

Wenn manche Leute sagen, dass sie gern noch einmal jung und Teenager wären, dann denke ich:

 

„Bloß nicht! Nie im Leben käme es mir in den Sinn, wieder in diese Zeit zurück zu wollen! Die vier Jahre in der Realschule waren für mich emotional die Hölle!“

 

Damals war mein Selbstwertgefühl komplett am Boden bzw. noch nicht entwickelt, denn ich sah nur meine Schwächen und all das, worin ich nicht gut war. Ich befand mich in einer Negativspirale, in der ich mich aufgrund fehlender Erfolgserlebnisse selbst niedermachte. In meiner Selbstreflexion gab es einen furchtbaren und strengen inneren Richter, der überhaupt nicht nett zu mir war. Deshalb kritisierte ich mich ziemlich häufig und war oft betrübt und traurig. Das ist auch kein Wunder, wenn man nicht weiß, was man gut kann, was man will und wofür man sich wirklich begeistert.

 

In so einem Zustand lässt man sich leicht lenken und beeinflussen. Mein Vater ist Koch und Gastwirt, er war natürlich daran interessiert, dass seine Söhne auch irgendwann Gastronomen werden so wie er. In diesem Sinne wirkte er unbewusst ständig auf uns ein, was ja an sich nichts Verwerfliches ist. Man bekommt eine Idee oder Aufgabe vorgeschlagen, folgt ihr, probiert sie aus und merkt dann, ob es passt oder nicht.

 

 

Leider habe ich in meinem Leben viele Dinge gemacht, die mir nicht gefielen, die sich nicht gut anfühlten, weil mir der Mut fehlte, sie beizeiten zu beenden und mich klar zu positionieren.

Obwohl ich fühlte, dass ich nicht für den Kochberuf geschaffen bin, und täglich meine Eltern hart schuftend in der Restaurantküche sah, entschied ich mich doch für eine Ausbildung zum Koch.

 

„Da musst du durch, Robert! Lehrjahre sind keine Herrenjahre! Der Beruf wird dir schon irgendwann gefallen, wenn du später geübter und erfahrener bist. Es ist doch gut, wenn du kochen kannst und alles lernst, was dazu gehört – egal, ob es in einer Gastroküche anstrengend, druckvoll und unmenschlich zugeht! Einfach die Zähne zusammenbeißen und sich durchkämpfen ist die Devise. Du musst beweisen, dass du nicht so schnell aufgibst, dass du etwas draufhast und durchhalten kannst!“

 

Das waren meine damaligen Gedanken. So denken wohl die meisten. Der Kampf war die Grundlage meines Handelns, und ich quälte mich durch. Heute, mit deutlich mehr Lebenserfahrung, würde ich rigoros sagen:

 

 

"Dir gefällt etwas nicht, oder es entpuppt sich anders als erhofft und erwartet? Dann lass es besser gleich und mach dich auf die Suche nach dem, was dein Herz begeistert und wobei du Freude verspürst!"

"Alles andere ist Zeit- und Energieverschwendung. Das Leben ist zu kostbar, um in ungeliebten Betätigungsfeldern auszuharren. Hör nicht auf Menschen, die dir etwas anderes einreden wollen und dir raten, bei deiner Wahl lieber auf Nummer Sicher zu gehen!"

 

Nach der Ausbildung arbeitete ich trotzdem noch zweieinhalb Jahre als Koch. Danach stellte ich fest, dass ich viel lieber im Service tätig sein und Gäste bedienen wollte.

 

Es war eine Erleichterung, nicht mehr in heißen, engen, neonbeleuchteten Küchen ohne Tageslicht mit ständig schlecht gelaunten und brüllenden Küchenchefs arbeiten zu müssen. Man könnte sagen, ich blühte als Kellner richtig auf, da mir klar wurde, dass ich gut mit Menschen umgehen und kommunizieren kann. Die Gäste schätzten meine servicefreundliche Art, und dann auch noch Trinkgeld als Belohnung zu erhalten, das war genial!

 

Meine Dienstleistungsmentalität hatte ich schon früh entwickelt, weil ich ja seit meiner Kindheit den elterlichen Restaurantbetrieb mitbekommen konnte. Ich arbeitete nach meiner „Küchenkarriere“ in einer Partyservice-Agentur, in Cafés und Cocktailbars. Auch später als selbständiger Gastwirt konnte ich in meinem Lokal ungeheuer viel über die Menschen, ihre Verhaltensweisen, Charaktere und Bedürfnisse lernen.

 

Dennoch war ich nicht am Ziel. Immer mehr spürte ich in mir den Wunsch, Menschen dabei zu unterstützen, in ihrer Entwicklung vorwärtszukommen. Wie ich das verwirklichen konnte, fand ich erst Jahre später heraus. Heute weiß ich:

 

Meine negativen Erfahrungen als Koch und als Gastronom waren Stationen und Lektionen auf meinem Weg, die mir halfen, zu lernen und schließlich meine wahre Bestimmung zu finden.

 

 

Die Hoffnung niemals aufgeben... (Foto:pixabay.com / many thanks to jplenio)
Die Hoffnung niemals aufgeben... (Foto:pixabay.com / many thanks to jplenio)

Da ich selbst erlebt habe, wie es ist, sich in einem ungeliebten Job durchzubeißen, sehe ich schnell, ob jemand seine Arbeit wirklich liebt oder nicht.

Aber auch ohne diese Erfahrung, so denke ich, kann das jeder feststellen, der Arbeiter, Angestellte oder Selbständige beobachtet. Man merkt es als Kunde, Gast oder Patient, ob da jemand mit Herz arbeitet oder sich nur durch seine Pflichtzeit quält…

 

Was meine Wahrnehmungsqualitäten betrifft - möglicherweise hast Du selbst schon einmal so etwas erlebt: Manche Menschen schaue ich an und bekomme sofort das Gefühl, dass sie sich danach sehnen, ihre Potenziale auszuleben, es aber nicht können. Es ist schwer zu beschreiben: Vielleicht nehme ich die Energie wahr, die unbedingt aus den Betroffenen herauswill.

 

Vor allem bei Ratsuchenden, die mich als Impulsgeber buchen, spüre ich diesen Zustand oft sofort. Es kommt mir so vor, als würde das Bestreben, sein wahres Selbst und seine Talente auszuleben, von irgendetwas blockiert. Ich gehe in so einem Fall meiner Eingebung nach und unterstütze die Klienten dabei herauszufinden, was wichtig für sie ist, und zu entdecken, welche Talente und Besonderheiten an die Oberfläche streben. Ich habe beispielsweise ein Angebot, das „Berufung erkennen“ heißt. Innerhalb kurzer Zeit versuche ich aufzudecken, was zu den Lebensaufgaben gehört und wozu die jeweiligen Personen berufen sind…

 

Es gibt eine umgangssprachliche Formulierung, die mir oft einfällt, wenn ich auf jemanden treffe, der Hemmungen oder Blockaden hat, sein wahres Ich zu leben:

 

„Da sitzt etwas auf der Person drauf!“

 

Dieses Etwas kann ein Gefühl, ein Gedanke, ein Mensch (lebend oder verstorben), ein Wesen usw. sein. Ich sehe das alles nicht vor meinem geistigen Auge wie z. B. Hellsichtige oder medial Begabte, aber ich erhalte ziemlich zügig diese Vorahnung, wenn ich andere anschaue:

 

Ich spüre also ganz deutlich, dass die Energien nach draußen möchten, und dann sitzt da etwas Unsichtbares, meistens im Herz- und/oder Kopfbereich, das den Fluss blockiert. Ungefähr so, als wenn man einen Gartenschlauch umknickt und das Wasser aus dem aufgedrehten Hahn nicht mehr weiterfließen kann. Dabei entsteht natürlich Druck oder ein Stau, der sich ansammelt. Die Menschen wirken dann wie gedämpft oder wie kontrolliert. Vielleicht kennst Du dieses Gefühl auch.

 

 

Die Hintergründe können vielschichtig sein. Meistens sind es negative und blockierende Gedankensätze, die von anderen übernommen wurden.

Genauso sind unverarbeitete Erfahrungen mit Menschen in der Vergangenheit möglich, die sozusagen etwas im Betroffenen „zuschnüren“. Verknüpfungen mit verstorbenen Vorfahren darf man in dem Zusammenhang auch nicht vergessen. Ahnenenergien und deren Stressthemen (Schocks, Traumata, Mangelerfahrungen etc.) werden über die Generationen weitergegeben. Bei irgendeinem Nachkommen zeigen sich diese Kräfte und verursachen bestimmte Symptome.

 

Jedenfalls ist mir in den letzten Jahren Folgendes klar geworden:

 

Die in uns vorhandenen Kräfte wollen fließen – veranlagte Potenziale,  z. B. Kreativität und Fähigkeiten wollen ausgelebt werden. Sie versuchen ständig an die Oberfläche und in Aktion kommen, bei jedem nach seiner speziellen Art und Weise und nach seinem Charakter…

 

Die Frage ist, wie kann man das erreichen? Es gibt zahlreiche und unterschiedliche Behandlungsmethoden. Als innerwise Coaches, die den Armlängentest nutzen (eine kinesiologische Testmethode), schauen wir uns in der Regel die Zeitlinie an. Man kann gezielt mit einer Frage nachprüfen, ein Beispiel dafür:

 

„In welchem Lebensjahr ist etwas zu klären, um Hindernisse oder Irritationen aus dem Weg zu räumen?“

 

Neulich hatte ich einen Klienten, bei dem wir in verschiedenen Altersstufen seiner Kindheit genauer hinschauen mussten. Aber auch später im Erwachsenenalter können vergangene Erfahrungen eine Hemmung in der Gegenwart verursachen.

 

Das Erste, was ich bei Ratsuchenden checke, sind behindernde Glaubenssätze. Ich frage sie meistens, welche negativen Sätze ihnen aufgefallen sind. Gedanken, die sich häufig wiederholen wie z. B.:

 

„Ich bin nicht kreativ, gut oder kompetent genug!“

 

Diese Urteile entstehen nach bestimmten Konflikten, viele nehmen sie nicht bewusst wahr. Den Ratsuchenden fällt in der Regel schnell etwas ein. Alle destruktiven Sätze werden notiert und gegen neue positive ausgetauscht. Häufig muss man dazu in das Alter zurückgehen, in dem sie entstanden sind (überwiegend in der Kindheit).

 

Es gibt verschiedene Techniken, alte oder bisherige Glaubensmuster zu verabschieden. Damit der neue und wünschenswerte Satz auch real werden kann, ist es zuvor wichtig, den behindernden Gedanken aus dem System zu schicken. Mit dem Armlängentest wird am Ende überprüft, ob man beim neu formulierten Gegenpart ein Ja erhält.

 

 

Dann gibt es noch energetische Verbote, die man direkt oder indirekt selbst gesetzt hat oder die einem auferlegt wurden.

Das passiert oft bei Kindern, z. B. wenn sie beobachten, dass es ihren Eltern nicht gut geht. Sie entschließen sich dann manchmal innerlich zu dem Postulat:

 

„Wenn Mama und Papa nicht glücklich sind, dann darf ich es auch nicht sein…“

 

Hier kann man kinesiologisch ebenfalls zügig aufdecken, ob und wie viele Verbote aktiv sind. Es ist spannend, das mit den Klienten gemeinsam herauszufinden. Auch in den Ahnenlinien können Verbote an die Nachkommen vererbt worden sein - nach dem Motto:

 

„Du darfst nicht!“

 

Sie hatten möglicherweise eine Berechtigung für die Vorfahren, jedoch nicht mehr unbedingt für die Nachkommen. Sie sind aufzudecken. Man lässt sie bei den Ahnen und entscheidet sich, ihnen nicht mehr zu folgen.

 

 

Eine neue Vision definieren...

Zum Schluss leitet man durch neue unterstützende Absichtserklärungen eine Neuausrichtung ein, man kann sie individuell ausformulieren – einige Beispiele:

  • „Ich lasse alle Verbote und Einschränkungen aus der Vergangenheit los!“
  • „Ich begebe mich ab jetzt auf meinen individuellen Weg.“
  • „Ich erlaube mir, ich selbst zu sein.“
  • „Ich gebe mir die Erlaubnis zu …“
  • „Ab jetzt darf ich das tun, was mir entspricht.“
  • „Ich fasse den Entschluss, meine Lebensaufgabe / meine Berufung zu leben.“
  • „Meine Potenziale, Fähigkeiten und Talente dürfen aus mir heraus / in die Praxis umgesetzt werden.“
  • „Ich entscheide mich, meinem Herzen zu folgen und nur das zu machen, was mir Freude bereitet.“

 

Als innerwise Coach unterstütze ich diesen Prozess sowie die Integration mit Heilkarten aus dem großen Set „Healing Cards Pro“ oder aus der kleinen innerwise Heilapotheke. Aber ich glaube, es geht auch ohne irgendwelche Hilfsmittel - allein über das Bewusstsein.

 

Ich wünsche jedem auf seinem Entwicklungsweg, seine Potenziale klar zu erkennen und ausleben zu können!
:-)

 

 

 

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Ich freue mich über jede Unterstützung und danke Dir.

 

Bei einer Christina aus Deutschland möchte ich mich ganz besonders persönlich bedanken! Aber ich habe keine Emailadresse ausfindig machen können. Bitte melden! :)

 

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