Bring Wohlwollen in Dein System

 

 

Ich liebe das Wort „Wohlwollen“, aber ich weiß überhaupt nicht mehr, wann genau es in meinem Sprachgebrauch auftauchte – vermutlich habe ich davon in irgendeinem Buch gelesen. Im Duden werden folgende Synonyme dazu aufgeführt:

 

„Entgegenkommen, Freundlichkeit, Gunst, Güte, Hilfe, Liebenswürdigkeit, Sympathie, Unterstützung, Verständnis, Zuneigung, Zuwendung…“

 

Für mich bezeichnen diese Ausdrücke Qualitäten, die das Leben auf der Erde deutlich angenehmer machen. Der Begriff „Wohlwollen“ ist laut Wikipedia-Seite eine Übersetzung des lateinischen Wortes „benevolentia“ und beinhaltet Elemente einer gütigen Haltung... Gesten des Wohlwollens sind z. B. Empathie, Sympathiebekundung, die Ausübung bewusster Solidarität und der Ausdruck von Dankbarkeit.

 

Wer meine Blogtexte kennt, der weiß, welche große Bedeutung ich der Stärkung von Selbstwertgefühl und Selbstliebe beimesse. Wer von uns hat keinen Stress damit? So mancher dürfte in der Vergangenheit wohl einige irritierende und das Selbstbewusstsein schwächende Erfahrungen gemacht haben.

 

Davon kann ich ein Lied singen: Noch heute tauchen in meinem Geiste negative Erinnerungen aus meiner Kindheit, Jugend und der Zeit als junger Erwachsener auf: Ich war zwar nicht scheu, aber extrem unsicher. Außerdem habe ich mich früher unfassbar oft selbst kritisiert. Ich glaube, es gibt sehr wenige Menschen, die sich erstens wirklich lieben, so wie sie sind, zweitens sich selbst genügend Wertschätzung entgegenbringen und drittens dadurch rundum Zufriedenheit in sich spüren.

 

 

Viele von uns praktizieren hingegen Folgendes. Sie…

1.  sind zu hart mit sich selbst

 

2.  kritisieren sich oft in Gedanken

 

3.  mäkeln an sich herum

4.  verlangen sich selbst zu viel ab

 

5.  verurteilen sich für Fehler aus der Vergangenheit

 

6.  erkennen ihre Besonderheiten und Stärken nicht

 

7.  werten sich ab

 

8.  sind nicht liebevoll mit sich selbst

 

9.  sehen sich als nicht so wichtig an

10.  sind ungeduldig und setzen sich unter Druck

 

11.  achten nicht auf ihre körperlichen, geistigen und seelischen Bedürfnisse

 

12.  konzentrieren sich eher auf innere und äußere Mängel als auf ihre vorhandenen Potenziale 

  

 

Die Ursache, die hinter diesem Verhalten steckt, ist in vielen Fällen eine Kritik, ein Urteil oder ein negativer Glaubenssatz der Eltern oder anderer Bezugspersonen. Man nimmt diese häufig unbewusst auf und beginnt, die kritischen Gedanken zu integrieren. Wenn Du z. B. als Heranwachsender bei allem, was Dir nicht gelungen ist, gehört hast:

 

„Das kannst du nicht, du hast zwei linke Hände, du bist nicht kreativ…“,

 

dann glaubst Du es früher oder später auch. Dabei sind es lediglich Schlussfolgerungen eines Außenstehenden, der aufgrund seiner momentanen Beobachtung ein Ergebnis, besser gesagt, ein unbefriedigendes Resultat einer einzelnen Aktion beurteilt hat. Es sagt jedoch noch lange nichts über die dem Kritisierten innewohnenden Fähigkeiten aus, die vielleicht nur darauf warten, durch Übung nach und nach entfaltet zu werden.

 

Ein Urteil birgt immer die Gefahr, jemanden oder etwas in eine Schublade zu stecken und ihm damit eine neue Chance zu verwehren…

 

 

So leiden wir mitunter jahrelang an Minderwertigkeitsgefühlen und fehlender Selbstliebe,

sogar bis ins hohe Erwachsenenalter, und ziehen dementsprechende Erfahrungen an - bis wir entdecken, was der Schlüssel für Zufriedenheit und Wohlbefinden ist. Gerade spirituelle Ratgeber versuchen ihre Leser häufig dahingehend zu motivieren:

 

Sich selbst zu lieben, sich anzunehmen, seine Schwächen zu akzeptieren und gegebenenfalls sich selbst zu vergeben, falls es eine lange Zeit nicht gelungen ist...

 

Ich denke, das ist eine große Herausforderung für jeden von uns, manche meistern sie nie. Ob Du das Genannte bereits praktizierst, das zeigen Dir indirekt Deine Mitmenschen. Ich glaube nämlich, dass Dir andere in Deinem Lebensumfeld widerspiegeln, ob Du liebevoll mit Dir selbst umgehst oder nicht. Tauchen überwiegend wohlwollende Persönlichkeiten in Deinem Alltag auf, ist das ein gutes Zeichen.

 

Wenn Du aber immer wieder Schwierigkeiten mit problematischen Charakteren hast, Dich regelmäßig Konflikte wie z. B. Streitereien und Auseinandersetzungen belasten, ist das die Aufforderung, Dein Denken sowie Deine Haltung zu hinterfragen.

 

 

Überprüfe in diesem Zusammenhang gleichzeitig, ob in Deinem Unterbewusstsein negative Glaubenssätze vorhanden sind.

Du hast sie entweder selbst erschaffen oder von anderen übernommen, sie blockieren das Ausleben Deiner Liebe und Wertschätzung. Als innerwise Coach gehe ich dieser Aufgabe gerne in meinen Behandlungen nach. Mit dem Armlängentest – einer kinesiologischen Testmethode – kann man das Unterbewusstsein eines Klienten befragen. Der Kopf denkt vielleicht:

 

„Ich liebe mich so, wie ich bin! Ich nehme mich an und akzeptiere mich!“

Hat das Unterbewusstsein Stress mit diesem Satz, verkürzen sich  die Muskeln auf einer Seite...
Hat das Unterbewusstsein Stress mit diesem Satz, verkürzen sich die Muskeln auf einer Seite...

 

Jedoch zeigen die Arme schnell, ob es nicht doch etwas Verdrängtes auf der Zeitskala des Lebenslaufs gibt, das gelöst werden will…

 

Eines steht für mich fest:

Es braucht ein ausreichendes Maß an Selbstliebe, um andere zu lieben. Wer sich nicht lieben kann, zieht vor allem in der Partnerschaft in der Regel Menschen mit einer ähnlichen Resonanz an.

 

So kann es dazu kommen, dass sich z. B. Partner zusammenfinden, die nur einen Mangel in sich auffüllen möchten in der Hoffnung, das Fehlende zu kompensieren. Sie brauchen sich dann meist gegenseitig, bis sie sich mit der Zeit verbrauchen. Die Energie ist irgendwann verpufft, und meistens hat die Beziehung dann keine Überlebenschance mehr. Aber es muss nicht dazu kommen!

 

 

Wenn wir uns bewusst machen, dass wahre Liebe:

  • keine Bedingungen stellt
  • unendlich ist
  • das Gute betont
  • nicht be- und verurteilt
  • die Freiheit des Gegenübers achtet
  • geduldig ist
  • nicht aufrechnet
  • Energie spendet
  • den göttlichen Funken in jedem sieht

 

und vieles mehr, dann versuchen wir, sie zu leben. Sicherlich wird es uns im Alltag nicht auf Anhieb und zu hundert Prozent gelingen, jedoch können wir uns auf den Weg machen, es zu tun.

 

Dazu braucht es einfach eine Absichtserklärung – eine innere Entscheidung, ein Ja für die Liebe und ein Nein für das Gegenteil.

 

 

Starte deshalb damit, verstärkt wohlwollend zu sein! Überprüfe regelmäßig Dein Denken!

Bring zuerst ein ausreichendes Maß an Wohlwollen in Dein System – in allen Bereichen! Sei nicht zu hart und streng zu Dir, sondern sanft, freundlich, gütig und liebevoll! Konzentriere Dich auf das, was Dich sympathisch und besonders macht. Fokussiere Dich regelmäßig auf Deine Stärken und Potenziale. Jeder von uns hat Schwächen, jedoch müssen wir nicht andauernd unsere Aufmerksamkeit auf sie richten…

 

Danach wird es Dir leichter fallen, wohlwollend zu Deinen Mitmenschen zu sein. Wenn es Dir Dein Bauchgefühl mitteilt, dann sei entgegenkommend, hilfsbereit, liebenswürdig, verständnisvoll, wertschätzend und zugewandt. Trau Dich, anderen Deine Sympathie und Zuneigung zu zeigen. Inspiriere Dein Umfeld – eventuell kannst Du eine positive Entwicklung in Gang setzen…

 

Wer das tut, der praktiziert in meinen Augen Liebe bzw. Selbstliebe und sendet sie durch seine Gesinnung und seine Gesten in die Welt hinaus. Wenn das Thema Selbstliebe noch Aufmerksamkeit braucht, dann versuche es mit folgenden Gedanken:

 

„Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben!“

 

„Wenn es mir gut geht, kann ich diese Energie an andere weitergeben!“

 

 

Für diesen letzten amüsanten und wundervollen Spruch danke ich meiner Kollegin Barbara Albisser aus der Schweiz! :-)

 

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Klaus (Montag, 04 November 2019 14:34)

    Wie immer auch in diesem Fall ein sehr wichtiges Thema dass jeden von uns betrifft. Irgendwann berührt es jeden von uns. Sich vor dem Spiegel eine Liebeserklärung zu machen fällt den meisten von uns schwer aber wir sind wirklich die wichtigsten Menschen in unserem Leben. Also wieso bitte sollte ich andere mehr lieben als mich selbst? Wie soll das funktionieren? Für mich war es "das" Erlebnis die Liebe für mein ganzes Wesen zu entdecken und endlich zuzulassen. Es war und ist ein unglaubliches Gefühl sich so zu akzeptieren wie man ist. Und es ist zugleich die Voraussetzung um konstruktiv und effektiv an seiner Weiterentwicklung mit Freude arbeiten zu können.
    Danke Robert

  • #2

    Seelenforscher.eu (Montag, 04 November 2019 20:52)

    Hallo Klaus,
    ja, absolut - dieses Thema betrifft jeden! :) Super toll, dass Du das Wesen der Selbstliebe entdeckt und zugelassen hast...
    Weiterentwicklung ist ein schönes Wort, deswegen sind wir alle hier, und wenn alles - so weit es geht - mit Liebe erfüllt ist, macht es noch mehr Freude...
    Liebe Grüße
    Robert

  • #3

    Tina (Montag, 04 November 2019 21:06)

    Lieber Robert,
    Vielen Dank für den Artikel. Ich dachte, mit mir sei was kaputt, weil ich in letzter Zeit die eine oder andere Beziehung abgelehnt habe, weil die Leute sich nicht selbst lieben. Ich befürchte dann immer, dass sie sich vernachlässigen und von mir anhängig machen. Ich habe fast wieder vergessen, dass das so wichtig ist. Sehr schöne Anregungen hast Du immer!
    Liebe Grüße
    Tina

  • #4

    Seelenforscher.eu (Montag, 04 November 2019 21:17)

    Hallo Tina,
    lieben Dank für Dein Feedback und dass Du meinen Blog verfolgst. :)
    Das ist interessant, was Du beschreibst! Deine innere Weisheit hat anscheinend gleich erkannt, ob sich der Mensch, der sich für Dich interessiert, selbst liebt. Tut er es nicht, ist tatsächlich die Gefahr von Abhängigkeiten und Energieverlusten gegeben, was bekanntermaßen zu Turbulenzen in der Beziehung führen kann...
    Logisch, wer sich von seinem Liebespartner abhängig macht, ist niemals frei, und die Frage ist: Welche Art der "Liebe" wird in solch einem Fall gelebt? Viele Grüße
    Robert

  • #5

    Gerald (Dienstag, 05 November 2019 08:35)

    Das hat sehr viel mit der Zeit, in der man geboren wurde, zu tun. Den damaligen Weltanschauungen und der Sichtweise der damaligen Elterngeneration. Ich glaube, dass die jungen Menschen von heute sich viel mehr selbst achten und lieben als wir uns damals (69 geboren).
    Danke dem Seelenforscher, ich werde in der nächsten Zeit bewußter auf das Thema (auf mich) achten. Liebe Grüße