22 Menschentypen, bei denen es mir schwer fällt, positiv zu bleiben

Foto: pixabay.com - vielen Dank an "Alexas_Fotos" :)
Foto: pixabay.com - vielen Dank an "Alexas_Fotos" :)

 

Ich schreibe viel über Positivität, Gelassenheit, Wohlbefinden und wie wichtig eine lebensbejahende Grundhaltung ist, um den Alltag zu meistern und sich glücklicher zu fühlen usw.

 

Doch ich muss gestehen: Es gibt genügend Phasen, in denen ich bemerke, dass auch in mir Negativität und verschiedenste destruktive Gedanken und Emotionen auftauchen. Wäre ja auch ein Wunder, wenn ich nur positiv wäre. Es ist unmöglich, da das Leben die Polarität als Grundlage hat. Das bedeutet, alle Lebewesen bewegen sich ständig zwischen gegensätzlichen Polen. Der eine Pol kann nicht ohne den anderen existieren.

 

Einheit entsteht hier durch Vereinigung. Im chinesischen Ying-Yang-Symbol ist das schön veranschaulicht. Der Kreis beinhaltet die sich gegenüberliegenden Elemente, und jedes davon hat einen kleinen Anteil des Gegenübers in sich. Um dies zu verstehen, wird gerne der Satz zitiert:

„In jeder Krise steckt eine Chance!“ (die jedoch oft von den Betroffenen übersehen wird.)

 

Und alles Gute wiederum hat auch einen Anteil Schlechtes in sich, z. B. dass man sich an Wohlstand gewöhnt und ihn irgendwann als selbstverständlich ansieht und nicht mehr dankbar für die Geschenke ist. Genauso beim Thema Armut: Sie fühlt sich unangenehm und nicht zufriedenstellend an, doch dieser Zustand kann auch etwas Positives bewirken:

 

Wer keine Opfermentalität hat, entdeckt andere Werte, die viel wichtiger sind als materielle Dinge. Schau Dir die Menschen in armen Ländern an, die meisten haben fast nichts, und dennoch wirken sie nicht unglücklich. Anders die Bürger in Staaten mit einer guten Grundversorgung: Viele jammern und haben trotz ihres Reichtums permanent Angst, diesen vielleicht wieder zu verlieren…

 

 

Die Polarität ist ein Grundprinzip des Lebens – alles, was existiert, basiert darauf.

Eigentlich ist es absolut logisch: Stell Dir vor, es gäbe nur Licht und keine Dunkelheit oder umgekehrt. Was wäre, wenn nur Frauen auf der Erde lebten oder nur Männer? Elektrizität kann nur fließen, wenn eine Spannung aufgebaut wurde, deshalb braucht es einen Plus-Pol und einen Minus-Pol. So auch im Menschen: Jeder von uns hat ein Magnetfeld, welches die notwendige Energie produziert, die wir für unsere Leistungen brauchen.

 

Ständige Aktivität ist unmöglich! Du kennst das selbst: Wie geht es Dir, wenn Du mehrere Nächte kaum geschlafen hast oder Dich nur wenig ausruhen durftest?

 

Liebe und Freude sind wundervoll, doch wie könnte der Mensch sie empfinden, wüsste er nicht, wie sich das Gegenteil anfühlt? Jeder von uns wünscht sich Harmonie, doch dauerhafte Harmonie ist einfach nicht machbar! Es braucht immer wieder Kontraste.

 

Im Körper ist es ebenfalls so: Im Inneren wird jeden Tag aufs Neue etwas aufgebaut und etwas zerstört. Das eine Prinzip geht nicht ohne das andere – die Jahreszeiten zeigen es ebenfalls: Ständig entsteht, wächst und erblüht etwas, und gleichzeitig verwelkt und stirbt etwas ab – ein Wechselspiel…

 

Ein Problem entsteht eigentlich dann, wenn wir meinen, es müsste grundsätzlich alles nur gut sein,wenn wir sozusagen die Einseitigkeit betonen bzw. einen Pol bevorzugen. Der Kopf produziert mit seinen Bewertungen das Duale:

 

In der Regel ist es das Positive, das wir anstreben, dabei verdrängen wir häufig das Negative, man kann auch sagen: Wir ignorieren unsere Schattenanteile. Alle Unzulänglichkeiten, alle Schwächen, alles Unschöne, Hassgefühle und andere destruktiven Emotionen - alles, von dem wir meinen, dass es uns zu schlechten Menschen macht, schieben wir gerne von uns weg. Wir wollen es am liebsten nicht sehen.

 

Ein gutes Beispiel sind die sozialen Medien. Dort gibt es in der Regel nach außen hin überwiegend positive Darstellungen: In welchen tollen Urlaubsländern man war, wie viel außergewöhnliche Freunde man hat, was man Besonderes macht usw… So entsteht für den Betrachter der Eindruck: Diese Menschen sind glücklich und zufrieden… Pustekuchen! Es ist in den seltensten Fällen so.

 

 

Bereits in unseren ersten Lebensjahren lernen wir, was gut und was schlecht ist.

Das ist der Beginn des trennenden Denkens, der sogenannten Dualität. Der Verstand teilt ganz automatisch in zwei Seiten ein: Schwarz-weiß, dunkel-hell, böse-lieb, schwach-stark, heiß-kalt, sinnlos-sinnvoll usw.

 

Viele Mamas und Papas wollen am liebsten nur brave, artige, folgsame… Kinder, alles andere Unsympathische, Aggressive etc., was sich zeigt, wird bemäkelt und durch Erziehung ausgemerzt (zumindest wird es versucht). Doch die negativen Gegenpole verschwinden dadurch nicht automatisch. Die Energien sind trotzdem da, nur eben in den Hintergrund / ins Unterbewusste gerückt. Mit der Zeit wollen oder müssen diese Kräfte aber heraus, ansonsten entstehen körperliche Symptome oder psychische Irritationen im Organismus eines Menschen…

 

Die Unterscheidung der Gegensätze ist sicherlich wichtig. Die Dualität wird in allen Bereichen gelebt, in der Regel so lange, bis wir uns bewusst werden, dass es IMMER zwei Pole gibt und geben wird, solange wir auf der Erde sind.

 

Aber mach Dir Folgendes bewusst: Es ist wichtig, beide Prinzipien zu sehen und zu würdigen, wahrzunehmen und anzunehmen, welche Kräfte in einem schlummern, auch die negativen!

 

Schau Dir Kinder an: Einerseits sind sie, bevor ihr ursprüngliches Wesen von Elternvorstellungen und durch erzieherische Maßnahmen verfremdet wird, authentisch, echt und ehrlich. Sie zweifeln nicht an sich und stellen sich nicht in Frage... Doch gleichzeitig heißt es auch: „Kinder können so gemein sein!“ (Beispielsweise, wenn jemand aus der Norm fällt und ausgegrenzt wird…)

 

Was die Eltern betrifft: Auch eine liebevolle Mama oder ein liebender Vater muss einmal auf den Tisch hauen und seine Töchter und Söhne zurechtweisen, wenn sie Grenzen überschreiten…

 

Wir alle sind in der Regel bestrebt, gute Menschen zu sein. Jedoch gibt es gleichzeitig die Tatsache, drastisch ausgedrückt: Jeder kann zu einem Mörder werden, wenn er in druckvolle Situationen gerät oder zu irgendetwas gezwungen wird... Wenn jemand lieben kann, ist er auch in der Lage, zu hassen und Taten zu vollziehen, die anderen schaden.

 

Wenn wir nun wissen, dass in uns extreme Kontraste vorhanden sind, dann geht es am Ende um die Frage: „Auf welche Kraft konzentrieren wir uns?“ Auf die aufbauende, positive oder auf die zerstörende, negative?

 

Es gibt Höhen und Tiefen, und es ist unmöglich, uns dauerhaft nicht von der Negativität unserer Umwelt hinreißen zu lassen…

 

Um auf das menschliche Miteinander zurückzukommen:

 

 

Für mich ist die größte Herausforderung, das „Licht“ im Menschen zu sehen -

besonders bei Personen, die mir Unbehagen bereiten. Manche Menschen sind mir einfach unsympathisch. Mit „Licht“ meine ich das Göttliche, welches in jedem von uns vorhanden ist. Bei dem einen ist nur ein Funke wahrnehmbar, der sich wünscht, größer zu werden, es aber nicht kann, weil beispielsweise viel Dramatisches passierte. Überzeugungen oder Fehlurteile können auch eine Rolle spielen und dieses Licht einsperren.

 

Bei dem anderen dagegen ist das Göttliche sehr präsent, und Du fühlst es sofort. Es sind inspirierende Menschen. Du bemerkst, wie sie einen angenehmen positiven Eindruck hinterlassen, wie sie Dein Herz gewinnen, und Du fragst Dich: „Was ist das Besondere, das mich gerade so beeindruckt hat?“

 

Es ist in meinen Augen die Kraft des Herzens, die vom Göttlichen genährt wird. Meistens sind es Persönlichkeiten, die Liebe erfahren haben und die überwiegend mit sich im Reinen sind. Oder es sind diejenigen, die sich ihrer Stärken UND Schwächen bewusst sind! Ich denke oft: Es sind reife, alte Seelen, die auf die Welt gekommen sind, um andere an diese besonderen Qualitäten zu erinnern.

 

Ich suche immer nach dem Göttlichen im Herzen eines Menschen, doch ich gebe zu: Manchmal fällt es mir schwer, nicht zu urteilen und mein Gegenüber einfach zu akzeptieren, auch wenn ich mit ihm nicht einer Meinung bin.

 

 

Folgende Charaktere bereiten mir Probleme:

1. Intolerante Menschen, die andere nicht sein lassen können, wie sie sind…

 

2. Manipulatoren, die sich rücksichtslos das nehmen, was sie haben wollen, und nicht bereit sind, die Freiheit eines jeden zu achten…

 

3. Opfertypen und Menschen, die sich als bedürftig darstellen (besonders solche, die sich in ihrer Opferrolle gut fühlen und durch ihre Bedürftigkeit anderen Energie rauben…)

 

4. Strategen, die die menschliche Psyche genau studiert haben, nur um sie geschickt beeinflussen zu können…

 

5. Jammerer, die alles beweinen und ihre Mitmenschen mit ihrer Negativität auf Dauer zermürben...

 

6. Meckerfritzen und „Ja aber-Sager“, die ständig kritisieren, aber nie konstruktive Gegenvorschläge liefern…

 

7. Rassisten und Ausländerfeinde (Im warmen Wohnzimmer eines Wohlstandstaates, in dem es keine Kriegsbedrohung gibt, ist es leicht, z. B. über Flüchtlinge, die tausende Kilometer entfernt um ihr Überleben kämpfen müssen, zu urteilen und sie unchristlich abzuweisen…)

 

8. Penetrante Missionare, die meinen, die allumfassende Wahrheit zu kennen…

 

9. Religiöse Fanatiker (Warum überhaupt wollen bestimmte Gruppen anderen ihre Religion aufzwingen? Ich verstehe es einfach nicht!)

 

10. Waffenfreaks - Amerikaner, die ihren Kindern aus Überzeugung zu Weihnachten oder zum Geburtstag Waffen schenken…

 

11. Staatsoberhäupter, die den Weltfrieden aufs Spiel setzen…

 

12. Hausbewohner, die Plastiktüten oder anderen Müll in die Bio-Tonne schmeißen, obwohl darauf hingewiesen wird, dort nur organische Abfälle zu entsorgen... (wohl das kleinste Übel…)

 

13. Alle Bürger, denen Umweltschutz und Abfallvermeidung schnurzegal sind, sprich alle, die nach dem Motto: „Ich lebe nur einmal – nach mir die Sintflut!“ handeln…

 

14. Lügner, die gerne Wahrheiten weglassen oder Tatsachen verdrehen, um Unsicherheit zu schüren und um Menschen in die Irre zu führen…

 

15. Persönlichkeiten, die ungerecht und unfair sind...

 

16. Skrupellose, die kein Mitgefühl für andere aufbringen können

 

17. Leute, die dem Alkohol verfallen sind... (Hin und wieder versuche ich zu verstehen, dass dahinter ein Schicksal steht, aber trotzdem nerven sie mich. Ihre Energie bzw. das, was sich durch sie ausdrückt, ist einfach unangenehm. Vielleicht bin ich auch etwas geschädigt, weil ich so viele Jahre Party-Gastwirt war…

 

18. Menschen, die drohen, sich umzubringen, wenn sich die Partnerin bzw. der Partner von ihnen trennt...

 

19. Hasserfüllte Leute...

 

20. Machtgierige Politiker und Unternehmer, die nicht das Wohl der Menschen und der Umwelt an oberste Stelle setzen…

 

21. Glyphosat-Produzenten und Landwirte, die dieses Gift einsetzen...

 

22. Diejenigen, die die Schwächen ihrer Mitmenschen ausnutzen und es genießen, Macht über sie zu haben...

 

Mir sind gerade noch weitere, viel drastischere "Täter" eingefallen, die ich noch nennen könnte. (Aber ich bleibe bei der Zahl 22, da ich sie mag... ;)

 

 

Eine liebevolle Grundhaltung zu wahren und auch die Tatsache zu akzeptieren, dass es solche Menschen gibt und leider wohl immer geben wird, das fällt mir gerade echt schwer. Ich stelle zudem fest: Die Auflistung basiert auf Urteilen meines Verstandes.

 

Es ist eine Frage der Resonanz, ob ich sie in mein Leben ziehe oder ob sie mir fern bleiben, weil ich mich nicht auf sie fokussiere bzw. es nicht zulasse, dass sie mein Leben bestimmen! Natürlich muss ich diese Menschen nicht lieben.

 

Manchmal merken wir nicht, dass wir trotzdem innerliche Kämpfe gegen sie führen. Doch das ist die pure Energieverschwendung!

 

 

Alles in allem bleibt uns nichts anderes übrig, als das zu stärken und die Aufmerksamkeit (= Energie) auf das zu richten, was wir in unserem Leben haben wollen.

Das bedeutet: Nicht gegen jemanden zu kämpfen, sondern für das zu sein, was man sich wünscht! Willst Du, dass man sich gegenseitig mit Respekt und auf Augenhöhe begegnet, dann konzentriere Dich darauf und lebe es vor! Ich habe es mir schon lange vorgenommen. Wünscht Du Dir Freundlichkeit, Wohlwollen und Empathie, dann sende sie aus, gib diese Energien an Deine Mitmenschen weiter…

 

Akzeptieren wir, dass das Negative permanent existent sein wird! Während ich diesen Text schreibe, wird mir auch klar: Es wird immer jemanden geben, der sich gedankenlos und rücksichtslos verhält. Nur, ihn zu negieren, kann nicht die Lösung sein.

 

Eines steht fest: Die Polarität bringt uns Lernerfahrungen und die notwendige Spannung für unser Leben. Durch die unterschiedlichsten Herausforderungen im Umgang mit unseren Mitmenschen erkennen wir unser wahres Ich. Wir registrieren die Unterschiede…

 

Versuchen wir, die Polarität zu akzeptieren. Vielleicht gelingt es uns dann eher, eines Tages problematische Persönlichkeiten anzunehmen, selbst wenn sie unmögliche Sachen machen.

 

Es heißt übrigens immer: Das Göttliche ist das All-Eine, es urteilt nicht und bewertet nie in gut oder schlecht (wie man uns früher weismachen wollte)! So ist das große Ganze niemals das Duale, sondern immer die Vereinigung der Gegensätze. Erhalten wir hier auch gleich die Antwort auf die häufig aufgeworfene Frage:

 

„Warum lässt Gott so viel Leid zu?“ Vielleicht hat das Göttliche das Positive und Negative in der Welt erschaffen, um Bewusstwerdung und Weiterentwicklung zu ermöglichen, oder? Wollen die Schöpferkräfte, dass wir uns ganz bewusst, aus freien Stücken und von Herzen für das Gute entscheiden?

 

 

Damit es uns gut geht, heißt es für unser Leben: Bewusstes Wahrnehmen der vorhandenen Kontraste bzw. der Dualität und daraufhin die Entscheidung, welchem der beiden Pole wir Nahrung / Energie geben wollen!

Und immer wieder zu reflektieren: Kann ich akzeptieren, dass jeder seine Schwächen hat? Kann ich andere sein lassen, wie sie sind, ohne zu fordern, sie müssten sich ändern?

 

Muss ich die pure Perfektion anstreben? Ich darf es, aber es wird einfacher und leichter, wenn ich auch das Unperfekte akzeptiere und erlaube…

 

Fakt ist: Es ist uns unmöglich, nur zu lieben, alles im Leben positiv zu sehen und komplett frei von negativen Emotionen zu sein. Wichtig ist, unsere Negativität zu registrieren, ohne sie zu bewerten, um sie anschließend in das Gegenteil zu transformieren. Diese Umwandlung ist wahrscheinlich ein dauerhafter und fortwährender Prozess...

 

Wir erschaffen Dualität, wenn wir be- und verurteilen – das ist eine typisch menschliche Eigenschaft.

 

Deshalb ist es mein Bestreben, keine Urteile mehr zu fällen. Das ist ganz bestimmt nicht leicht!

 

Ich kann mir jedoch vorstellen, dass ich viel entspannter und gelassener wäre und keine kostbare Energie verschwenden würde, sollte es mir gelingen…

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Rosemarie (Dienstag, 26 Juni 2018 12:57)

    Lieber Robert,
    vielen Dank für den Beitrag.
    Alles ist wunderbar auf den Punkt gebracht und es steckt
    viel Wahrheit in allem, was du schreibst.
    Ich versuche schon lange Jahre das Leben immer wieder
    in Dankbarkeit anzunehmen wie es ist. Bei allem Schönen
    ist es sehr leicht! Wenn etwas nicht nach unseren Vorstellungen läuft, wird es schon zu einer Herausforderung!
    Das trifft natürlich auch auf die Menschen zu!!
    Herzliche Grüße
    Rosemarie

  • #2

    Seelenforscher.eu (Dienstag, 26 Juni 2018 13:23)

    Liebe Rosemarie,
    vielen Dank für Deinen Kommentar :) Ein super schönes Stichwort "Dankbarkeit"! Genau, wir üben uns, alles dankbar anzunehmen (auch die negativen Erfahrungen)...
    Wir werden natürlich immer wieder herausgefordert, durch Lebenssituationen, durch Menschen usw.
    Herzliche Grüße zurück
    Robert :D