Woran Du merkst, dass Du Deine Berufung lebst

Foto: pixabay.com (many thanks to Remy Baudouin!)
Foto: pixabay.com (many thanks to Remy Baudouin!)

 

Bist Du auf der Suche nach Deiner Berufung? Es gibt so viele Auffassungen zu diesem Thema: Die einen meinen, die ständige Suche nach der Berufung würde nichts bringen, denn die starke Fokussierung, sie zu finden, führe zu einer Art Tunnelblick, bei der man viele Optionen und Chancen übersieht.

 

Manche machen sich überhaupt keine Gedanken darüber, ob ihnen das entspricht, was sie beruflich tun - sie hinterfragen nicht oder kaum.

 

Andere wiederum sehen es als wichtig an - so wie ich - nach der Berufung zu streben, weil nur sie auf die Dauer Erfüllung bringt.

 

Das Gefühl, im falschen Job zu sein, kenne ich selbst zur Genüge. Bevor ich meine Berufung fand, habe ich viel ausprobiert: Koch, Kellner, Partyveranstalter, Gastwirt, Serviceberater, Seminarleiter - nirgends fühlte ich mich angekommen. Anfangs motivierten mich die neuen Aufgaben, die ich anging, sowie die Freiheit als Selbständiger, das zu versuchen, was mich interessierte. Irgendwann jedoch kamen Routine und Langeweile auf (trotz permanenter Geschäftigkeit). Vieles war mir zu mühsam geworden. Das frustrierte mich - irgendwann fühlte ich mich energielos und leer. Etwas in mir war weiterhin ständig auf der Suche.

 

 

Was sagt das Bauchgefühl dazu?

In all diesen Jahren begleitete mich eine leise innere Stimme, die ich allerdings oft ignorierte: "Robert, dein aktueller Beruf ist nicht das Richtige. Das machst du nicht bis an dein Lebensende."

 

Dennoch quälte ich mich jahrelang, weil mein Kopf meinte: "Da musst du durch, das ist halt im Leben so. Man kann nicht alles haben..."

Trotz aller negativen Erlebnisse blieb die Hoffnung und eine vage Gewissheit: "Irgendwann tust du das, was dein Ding ist!"

 

Ich bewundere Menschen, die ihren Traumberuf gefunden haben. Mein Vater beispielsweise wusste schon als Kind, dass er Koch werden wollte. Wie beneidenswert! Ich selbst war lange unentschlossen! Auch während meiner Lehrzeit als Koch zweifelte ich regelmäßig, ob die Entscheidung richtig gewesen war. Mein Papa hingegen: Er kocht noch heute mit knapp 70 Jahren leidenschaftlich gerne und verschafft seinen Gästen mit seinen Gerichten Zufriedenheit...

 

 

Wie auch immer Deine Einstellung dazu ist, hier sind einige Merkmale, an denen Du erkennst, dass Du mit Deiner Berufswahl richtig liegst:

  • Du freust Dich auf jeden Tag
  • Das, was Du tust, tust Du mit Liebe
  • Deine Arbeit kommt Dir nicht wie Arbeit vor, Du empfindest sie grundsätzlich als leicht
  • Du hast sehr viel Energie bei dem, was Du machst und fühlst Dich wach
  • Du wunderst Dich, dass Du nicht erschöpft bist (wie bei unliebsamen Aufgaben)
  • Du kannst Dir keine andere Beschäftigung vorstellen
  • Dein Vertrauen ist groß, Du bist zuversichtlich und Dir sicher, dass, auch wenn es finanziell einmal enger wird, Du alles bewältigen kannst
  • Du kannst Nachteile Deines Berufes gelassener hinnehmen, Herausforderungen machen Dir keine Angst - Du bewältigst sie gut
  • Dir ist klar, was Du gut kannst. Du weißt, mit welchen Talenten Du der Welt / Deinen Mitmenschen etwas geben kannst
  • Du hast evtl. Dein Hobby zum Beruf gemacht (Deine Interessen lebst Du nicht nur in der Freizeit aus)
  • Du hast ausreichende Einnahmen und kannst alles zahlen, was Du für Dein Leben brauchst
  • Du erlebst wundersame Fügungen, Menschen sind auf Dich aufmerksam geworden und haben durch andere von Deinen Fähigkeiten erfahren
  • Du lebst Dich und Deinen Sinn jeden Tag aufs Neue (hast immer etwas Neues zu entdecken). Du empfindest Deinen Job als erfüllend, in Dir herrscht überwiegend Zufriedenheit
  • Das Allermeiste in Deinem Job ist interessant für Dich. Langeweile kennst Du nicht. Der Tag müsste eher mehr als 24 Stunden haben 
  • In Dir fühlst Du Begeisterung und Freude, und damit steckst Du andere an - Du inspirierst Dein Umfeld

 

Typische Faktoren, die Dir aufzeigen, dass Du Deine Berufung nicht lebst bzw., dass etwas mit Deiner Tätigkeit nicht stimmt:

  • Du kommst morgens nur schwer aus dem Bett, der Gedanke, in die Arbeit zu müssen, demotiviert Dich
  • Du findest Deine Arbeit anstrengend, Leichtigkeit ist hier ein Fremdwort für Dich
  • Du wirst sehr schnell müde, sobald Du die Arbeit beginnst, auch    wenn Du ausgeschlafen bist
  • Du bist ständig ausgelaugt, Dein Energielevel ist unten
  • Du musst Dich dopen: Du brauchst viel Kaffee, Süßigkeiten usw., um das Arbeitspensum zu bewältigen und mehr Antrieb zu bekommen
  • Du fühlst Dich permanent überfordert - Dir ist alles zu viel
  • Du siehst nur Probleme, die während der Arbeit auftauchen
  • Du hast oft Angst, z. B. auf dem Weg zur Arbeit: "Was wird heute wieder schief gehen...?" Du fürchtest Dich häufig davor, Fehler zu machen
  • Du schaust ständig auf die Uhr und hast das Gefühl, die Zeit vergeht nicht
  • Bei Erledigungen denkst Du: "Ich bin froh, wenn ich sie hinter mir habe"
  • Du sehnst regelmäßig das Wochenende herbei, an dem Du frei hast, um endlich das zu tun, was Dir gefällt
  • Du erlebst in der Arbeit so viel Druck, dass Du jeden Abend Alkohol brauchst, um zu entspannen und den Stress zu vergessen
  • Andauernd leidest Du an Symptomen (Erkältung, Kopfschmerzen, Verspannungen, Rückenprobleme, Burnoutzustände etc.), Du schmeißt regelmäßig Schmerztabletten ein
  • Dein Arzt hat diagnostiziert, dass Du Depressionen hast. Du benötigst Psychopharmaka
  • Du drückst Dich eigentlich vor vielen Aufgaben und schiebst Erledigungen sehr lange vor Dir her
  • Dich nerven viele Kleinigkeiten in Deinem Berufsalltag, sie sind kaum auszuhalten
  • Mit Deinem Gehalt bist Du unzufrieden und bist immer knapp bei Kasse, das Geld reicht nie
  • Bei Jobsuchern: Die Suche ist anstrengend, Du bekommst auf Deine Bewerbungen ständig Absagen
  • Du regst Dich nur noch über Arbeitgeber und Kollegen auf und hoffst jeden Tag auf einen Lottogewinn, der Dich erlöst...

 

Falls Du mindestens 5 Punkte bejahen konntest, ist es Zeit, etwas zu ändern.

Wie viele Menschen leiden wohl an einem oder mehreren dieser Negativfaktoren? Ich finde, das Leben ist zu kostbar, um seine Zeit mit dem falschen Beruf zu vergeuden.

 

Deshalb kann ich nur jeden motivieren, nicht zu glauben, man hätte keine Wahl und müsse alles hinnehmen. Mach Dich auf die Suche und halte Augen und Ohren offen, ist mein Tipp.

 

Ich wünsche jedem, dass er seine Berufung findet, denn sie auszuleben bringt das lange ersehnte Gefühl von Sinnhaftigkeit. Es ist nie zu spät dazu!

 

Übrigens: Wenn ich das tue, wonach sich meine Seele sehnt, dann ist es egal, was andere darüber denken, ob sie es wertschätzen oder als unwichtig und unbedeutend einstufen. Wenn es meine Berufung ist, dann wird sie mich erfüllen, und ich werde glücklich sein.

 

Der Berufung zu folgen, muss nicht automatisch nur mit dem Beruf zu tun haben! Auch privat oder hobbymäßig kann ich mir Aktivitäten aussuchen, zu denen ich berufen bin und mit denen ich meiner Umwelt dienen und meine Mitmenschen bereichern kann.

 

Um sie zu finden, darf man nicht aufhören zu fragen: "Was ist meine Berufung? Was ist beruflich mein Ding?" und dann geht es mit Geduld ans Suchen und Verwirklichen...

 

Es gibt immer einen Weg!

 

Was ist Deine Berufung? Ich bin neugierig und freue mich über Kommentare, wenn Du meinst, Deine Berufung zu leben bzw. gefunden zu haben - egal, ob die Aktivität beruflich oder privat ist :)

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Katarina (Freitag, 27 Oktober 2017 21:07)

    Hallo Robert,
    wollte Dir auf diesem Wege einfach kurz sagen, wie genial ich Deine Seite finde... Deine Arbeit klingt sehr spannend und heilsam...
    Du gibst Wahnsinns viele Infos ,so greifbar und sofort verständlich...bin "zufällig" hier gelandet und wollte das einfach rückmelden.
    Danke!

  • #2

    Seelenforscher.eu (Samstag, 28 Oktober 2017 00:10)

    Hallo Katarina,
    ich freu mich total über Deine Rückmeldung :D Schön, wenn Dir meine Blogthemen zusagen. Deiner Webseite nach zu urteilen hast Du mit Deinen Klangreisen Deine Berufung gefunden und lebst sie ;) Finde ich super! Übrigens liebe ich Harfenklänge...
    Ein schönes Wochenende und viele Grüße
    Robert :)

  • #3

    Conny (Mittwoch, 27 Dezember 2017 00:40)

    Hallo Robert,
    es ist toll und wahrhaftig, was und wie Du es beschreibst.
    Auch ich komme wie Du gelernt aus der Gastronomie und habe meine Arbeit im Service auch mit Begeisterung gemacht. Nur hatte ich immer das Gefühl, mich nicht richtig verwirklichen zu können. Ich habe dieses erst mit dem riskanten Schritt in die Selbstständigkeit erfahren dürfen. Seit 17 Jahren bin ich dieses nun und habe verschiedene Dinge getan. Auch wenn es nicht immer leicht war, mich haben meine Aufgaben immer 100% erfüllt.

    ..."Übrigens: Wenn ich das tue, wonach sich meine Seele sehnt, dann ist es egal, was andere darüber denken, ob sie es wertschätzen oder als wichtig einstufen. Wenn es meine Berufung ist, dann wird sie mich erfüllen, und ich werde glücklich sein."...
    Diese Erkenntnis habe ich auch gewonnen, aber nur weil ich auf mein Bauchgefühl gehört habe. Die Vernunft hätte es nicht zugelassen... Und es ist ein Kreis der sich schließt: Wenn ich glücklich bin, kann ich auch andere glücklich machen oder Dinge tun die dies machen.
    Ich kann es nur jedem ans Herz legen, mehr auf die innere Stimme oder das Bauchgefühl zu hören, dann kommt auch der Frieden mit sich selbst. Nach einer solchen Entscheidung habe ich auch nie Selbstzweifel.
    Ich freue mich auf Deine weiteren Inspirationen :-)

  • #4

    Seelenforscher.eu (Mittwoch, 27 Dezember 2017 12:27)

    Hallo Conny,
    vielen Dank für Deine Worte. Ich freue mich immer zu lesen, wenn jemand sagen kann: "Ich lebe meine Berufung, und der Schritt, den ich vollzogen habe, war richtig..."
    Du sprichst mir übrigens echt aus der Seele: Wenn jemand einfach mehr auf seine innere Stimme bzw. auf sein Bauchgefühl hört, dann passieren interessante Dinge (auch wenn der Kopf etwas Panik schiebt oder man Unsicherheit fühlt). Innerer Frieden ist nur ein Resultat davon...
    Ich danke Dir und bin happy, wenn Du meine Beiträge verfolgst :D
    Liebe Grüße
    Robert