Auf Frieden getrimmt

Foto: ©iStock.com/Witthaya
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Immer mehr Menschen haben Allergien, ich ebenfalls, deshalb erforsche ich dieses Thema. Schulmedizin und Wissenschaft können zwar genau beschreiben, was im Körper passiert, wenn jemand allergisch ist. In Bezug auf die Ursachen und warum oft heftige Reaktionen auftreten herrscht jedoch überwiegend Ratlosigkeit.


Die moderne Ärzteschaft teilt Allergien in die Rubrik "Psychosomatische Krankheiten" ein. Stress und psychische Belastungen spielen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung dieser Beschwerdeform eine Rolle. Stress wird beispielsweise durch dauerhafte Sorgen, Ängste und innere Konflikte begünstigt, die dem Leidenden nicht wirklich bewusst sind!

 

Der Überempfindliche ist meist frustriert, besonders deshalb, weil das Meiden der Allergieauslöser nicht immer einfach ist - die Lebensqualität sinkt deutlich. Es gibt zwar Maßnahmen, die bei Reizungen Linderung verschaffen, aber deren Hintergründe werden damit nicht aufgedeckt.

 

Verträgt man etwas nicht, z. B. Milch, Gluten, Nüsse, wird im Körper der Alarmzustand ausgerufen, das Immunsystem reagiert übertrieben. Das Fremde ist der Feind, den es "zu bekämpfen" gilt. Bei Hausstauballergie (Milben), Heuschnupfen  oder Überempfindlichkeit bezüglich Insektengiften (Wespen, Bienen...) empfehlen Ärzte zur Symptomlinderung hauptsächlich eine Desensibilisierung in Form von Spritzen - auch Hyposensibilisierung oder Allergieimpfung genannt. Dabei werden über einen längeren Zeitraum spezielle Substanzen, die Allergien auslösen, in kleinen Mengen unter die Haut gespritzt. So wird versucht, den Organismus vorsichtig an die Allergene zu gewöhnen. Eine Therapie kann bis zu 3 Jahren dauern.

 

Alarmsystem ausschalten?

Vor vielen Jahren hatte ich bereits so eine Behandlung durchführen lassen - mit mäßigem Erfolg. Mittlerweile finde ich es fragwürdig, den Körper an etwas zu gewöhnen, was ihm nicht gut tut. Indirekt wird nur versucht, das Warnsystem auszuschalten. Es gibt nach der Desensibilisierung keine Meldung mehr: "Hier vertrage ich etwas nicht!". Ist das die Lösung? Die rote Warnlampe einfach ausdrehen, dann ist Ruhe?

 

Warum mir z. B. das Gift von Insekten oder die Blütenpollen zu schaffen machen, ist trotzdem noch nicht klar. Außerdem: Wer weiß, was sich nach vielen Jahren in meinem Körper ansammelt, wenn die Meldestelle außer Gefecht gesetzt ist und ich mich ohne Einschränkung allem aussetze, was früher unmöglich war!?

 

Wer mit der Zeit verschiedenste Therapien und Mittelchen erfolglos ausprobiert hat, dem bleibt nichts anderes übrig als sich mit seinem Zustand abzufinden - denken viele. "Du bist allergisch, das ist halt so!", mir fiel es schon immer schwer, diese Aussage zu akzeptieren. Deswegen suche ich insbesondere nach Lösungen fernab der Schulmedizin.

 

Meiner Beobachtung nach sind Allergiker häufig Menschen, die nach außen hin ruhig und gelassen wirken. Überwiegend sind sie charakterlich harmoniebedacht und friedliebend - sie flippen selten aus. Es muss schon sehr viel passieren, bis sie einmal richtig laut werden oder "auf den Tisch hauen", wenn ihnen etwas nicht passt. Sie haben die starke Tendenz, unliebsame Situationen zu ertragen, und sind relativ anpassungsbereit (verkennen dadurch aber innere Bedürfnisse).

 

Jeden Tag führen wir kleine Kriege

Für mich sind zwei Aspekte wert, beachtet zu werden: die deutsche Geschichte und die gängige Erziehung in unserer Kultur:

 

1. Als Mitglieder der Europäischen Union leben wir glücklicherweise seit Jahrzehnten in Frieden. Besonders die deutschen Bürger sind aufgrund der negativen Erlebnisse der ersten beiden Weltkriege auf Frieden, Toleranz und Versöhnung ausgerichtet. Ich wünsche mir sehr, dass dies auch so bleibt. Frieden im Außen, zwischen den Staaten, heißt noch lange nicht, dass Menschen auch im Inneren friedlich sind.

 

Nicht wenige sind heutzutage aufgrund von existenziellen Sorgen und Problemen in ihrem Alltag sehr negativ eingestellt. Wir leben in einer Zeit der Gegensätze, die Medien beeinflussen uns und tragen zum Schwarz-Weiß-Denken bei. In so einem Zustand wird es schwieriger, unterschiedliche Standpunkte anderer zu akzeptieren. So kommt es zu Feindschaften, diese beginnen im Kopf durch Urteile. Heute werden jeden Tag kleine Kriege am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Nachbarschaft, zwischen Partnern uvm. geführt.

 

2. Aspekt: Schon als Kinder wurden wir von unseren Eltern ständig ermahnt, ruhig, höflich, folgsam, lieb und friedlich zu sein. Eigenschaften wie Aggressivität, Zorn oder Trotz kamen nicht gut an und brachten weitere Maßregelungen. Denke ich an meine Kindheit, mochte ich dieses Gefühl nicht, wenn mein Vater und meine Mutter böse auf mich waren.

 

Allergien aufgrund von unterdrückten Gefühlen

Wahrscheinlich dachte ich: "Ich habe mich nicht richtig verhalten, ich bin nicht gut. Diese Gefühle, die da in mir hochkommen, sind schlecht.". Heute weiß ich: Weil ich von meinen Eltern geliebt werden wollte, passte ich mich als Junge an. Und sicherlich führte dies unterbewusst dazu, dass ich alle auftauchenden Aggressionen bei Seite schob. So war ich ein absolut braver Junge...

 

Diesem Muster folgen viele Erwachsene heute noch: Sie geraten in einen Konflikt, fühlen negative bzw. feindliche Kräfte aufsteigen und unterdrücken diese in der Regel, um des Friedens willen.

 

ABER DIESE EMOTIONEN LÖSEN SICH DADURCH NICHT EINFACH AUF! SIE SIND TROTZDEM NOCH DA!

 

So entsteht ein Zwiespalt . Der Kopf sagt aufgrund unseren Prägungen: "Sei friedlich, sei ruhig, nimm es locker, reg dich nicht auf". Das Innere hingegen ist erfüllt von aggressiven Schwingungen, die durch verschiedene Personen oder Situationen geweckt wurden. Ich bin natürlich nicht für hemmungslosen Ausdruck von Aggressionen, aber ich finde es wichtig, dass wir in uns erforschen, ob wir trotz Friedensabsicht nicht etwa auf Krieg gepolt sind!

 

Die Lösung ist Bewusstwerdung und Transformation

Darum frage ich auch Dich: Ist Dir schon einmal in den Sinn gekommen, dass Du vielleicht deshalb an Allergien leidest, weil Du äußerlich und gedanklich auf Frieden getrimmt worden bist, innerlich aber einen Krieg gegen jemand oder etwas führst? Der Körper zeigt Dir das, z. B. durch Unverträglichkeiten oder Hautreaktionen. Die innere Aufruhr kann sich auch als Gelenkproblem, Verspannung oder organischer Stress manifestieren...

 

Was ist die Lösung? Wie befreie ich mich von alledem? Der erste Schritt ist die Bewusstwerdung dessen, was in Dir abläuft. Die Gefühle dürfen erkannt und wahrgenommen werden. Die unterdrückten Energien müssen nach draußen an die Oberfläche!

 

Dann können sie abgebaut werden: Sport, raus in die Natur, Meditation, energetische Klärung, innerwise Heilatem oder Aktivitäten, bei denen man sich auf gesunde Weise abreagieren kann (am besten schon in Kindertagen, dann staut sich nicht zu viel an). Wer wirklich bereit dazu ist, findet je nach Charakter die optimale Methode.

 

Das Stichwort heißt Transformation! Ohne Aggressionen als schlecht zu bewerten, beachte ich diese Gefühle in mir und nehme sie an. Ich weiß, dass sie natürlich sind, sage Ja zu ihnen und lasse sie los, ohne jemandem zu schaden.

 

Ich ändere dadurch meine innere Haltung. Am Ende bin ich nicht mehr nur auf oberflächlichen Frieden getrimmt, sondern ich lebe wahren Frieden. Und das ist der Anfang von Allergiefreiheit...

 

 

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