Achtung Tarot-Kartenleger und Wahrsager! Wieso sie Dich eher schwächen als stärken

Foto: ©iStock.com/corachaos
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Mit der Aussage in der Überschrift richte ich mich an diejenigen, die aufgrund von Lebenskonflikten verunsichert wurden, durch Ängste keinen klaren Gedanken fassen können und Gefahr laufen, sich von Tarot-kartenlegern und Wahrsagern manipulieren zu lassen.

 

Sicherlich gibt es medial Begabte, die zum höchsten Wohl der Rat- suchenden agieren. Solche, die mit ihren Angeboten ihrer wahren Berufung folgen und ihre Fähigkeiten einsetzen, um anderen eine Entscheidungshilfe zu bieten. Doch mir geht es um die schwarzen Schafe in diesem esoterischen Business, die geschickt versuchen, Abhängigkeiten zu schaffen.

 

Und vor allem möchte ich Dich anregen, Deine innere Stimme zu entdecken, ihr zu vertrauen und zu folgen (so ungewiss Deine Situation auch sein mag). Ich habe für mich selbst erkannt, dass ich keine Wahrsager und Tarotkartenleger mehr brauche! Vielleicht Du bald auch nicht mehr?

 

Es ist schon reizvoll, wenn man Sätze liest, wie: "Die Karten lügen nicht", "ein Blick in ihre Zukunft" usw. und schon aus Neugierde probiert man es einmal aus. Ich selbst war in meinem Leben bereits bei mindestens 2 Kartenlegerinnen und bei einem Wahrsager, das letzte Mal in 2008. Ich wollte wissen, was die Zukunft bringt. In meiner Selbständigkeit, durch viele Hochs und Tiefs in eine Phase des Zweifelns gebracht, erhoffte ich mir knackige und natürlich positive Infos zu meinen Vorhaben.

 

Anfangs erfuhr ich Details über meinen Charakter (Wahrsager sind oft sehr gute Beobacher und Menschenkenner). Am Ende der Session war mein Kopf voll von Aussagen - vorsichtig ausgedrückt, nicht zu genau und ziemlich allgemein gehalten. Ich hatte nie das befriedigende Gefühl, dass es mir tatsächlich etwas gebracht hat. Mit weiteren "Fragezeichen" verlies ich die Sitzung.

 

Fakt war jedes Mal: Am Ende bin ich es selbst, der die Entscheidung treffen muss, denn jeder Erwachsene ist für sein Leben selbst verantwortlich! Korrekte Wahrsager werden Dich genau darauf aufmerksam machen.

 


Warum gehen Menschen überhaupt zu Leuten, die ihnen die Zukunft voraussagen?

Weil sie glauben, dass ihr Schicksal festgelegt ist. Jeder, der das annimmt, gibt somit seine Macht, sein Schöpfungspotenzial ab. Ich glaube daran, dass wir Schöpfer unseres Lebens sind, je nachdem welche Entscheidung wir treffen und welche Haltung wir haben. Jeden Tag aufs Neue!

 

Umso amüsanter war es für mich, beim Zappen im Fernsehen auf einen Astro-Kanal zu treffen, bei dem live Kartenleger die Leute motivierten, anzurufen. Es wurde einem Anrufer durchgesagt, dass ein Vorhaben nicht gelingt, dass das Geschäft in einem halben Jahr durch einen Betrüger Probleme bekommt. Da standen mir schon die Haare zu Berge...

 

Auf die Frage einer Frau: "Wann werde ich endlich meine große Liebe treffen" , kam:

 

"Schon bald, in ca. 2 Monaten, es wird in ihrer Arbeit sein und sie kennen ihn bereits, er hegt schon sehr lange Gefühle für sie, hat sich ihnen jedoch noch nicht offenbart..."

 

Das ist doch eine Aussage, mit der Hoffnungen geweckt werden, oder? Und wenn es dann doch nicht so gekommen ist, wird die Frau höchst-wahrscheinlich wieder anrufen und herausfinden wollen, wer der stille Verehrer ist und warum es noch nicht eintraf. Vielleicht wird sie die Schuld bei sich suchen und erneut fragen, was sie dazu beitragen kann, dass der Wunsch in Erfüllung geht...

 

Diese Frau sagte indirekt Ja zur Abhängigkeit von anderen. Wenn ich von jemanden abhängig bin, geht immer ein Teil meiner Energie an die Person, die von meiner Energie leben will. In einem meiner Beiträge schrieb ich einmal Geldmangel = Energiemangel.

 

Das Geld, die Macht und die Aufmerksamkeit, die ich den Wahrsagern und Kartenlegern gebe, ist ein Teil meiner Energie. So fließt immer etwas von mir ab und schwächt mich nach und nach.

 

Ich selbst hatte einmal eine negative Voraussage erhalten und war dermaßen gestresst danach, dass ich an nichts anderes mehr denken konnte, ich war voll von Ängsten. Nach zwei unruhigen Nächten wurde mir klar: "Hey Robert, du machst dich gerade echt verrückt und du bist nicht frei!"

 

Ängste und Sorgen sind ja ein mächtiger Antriebsmotor für irrationale Handlungen...

 

Durch meine innere Reaktion auf die Botschaft der Tarotkarten hielt ich mich selbst ab, in der Gegenwart zu sein! Ich grübelte über zukünftige Ereignisse - hoffte, dass sie eintreten oder nicht. So war ich nie präsent und lebte nicht den Moment, der gerade war.

 

Ist das nicht die Schwäche von uns allen? Wir verpassen die Gegenwart und sind nicht in der Lage, das zu genießen, wertzuschätzen, was wir gerade haben, weil wir uns gedanklich permanent in der Vergangenheit bewegen. Wenn wir frühere Ereignisse bedauern, machen wir uns sommit selbst und dem Leben Vorwürfe.


Hinzu kommen noch die Unzufriedenheit über das Jetzt und der starke Wunsch nach Verbesserung der Situation. So sind wir mit dem Kopf gleichzeitig ständig in der Zukunft und denken: "Wenn ich ´mal das und das (erreicht) habe, dann bin ich glücklicher, dann wird es schöner usw.", Wir sind damit aber nie wirklich im Jetzt präsent.

 

Das verstandesmäßige Switchen in verschiedene Zeitstufen kann ich nur abstellen, wenn ich in der Gegenwart / den Moment lebe! Ist für mich ehrlich gesagt gar nicht so einfach. Wir sind das einfach nicht gewöhnt...

 

Die Prophezeiung der Tarotkarten traf glücklicherweise nicht ein und erleichtert entschloss ich mich, in Zukunft auf solche Sitzungen komplett zu verzichten.

 

 

Die Entscheidung liegt immer in Deiner Verantwortung...

Eine Schwächung findet ebenfalls statt, weil ich meine Bestätigung oder die Antwort auf meine Fragen im Außen suche! Es müssen auch keine esoterischen Anbieter sein. Schon alleine, wenn ich andere um Rat frage, Familie oder Freunde, werde ich 1000 unterschiedliche Meinungen hören.

 

Jeder wird mir anhand seiner persönlichen Auffassung einen Tipp geben (das kann schon gut sein, aber oft auch höchst verwirrend) und letztlich bist Du wieder an dem selben Punkt angelangt: Die Entscheidung für Deine Schritte liegt immer in Deiner Verantwortung.

 

Doch wie und für was entscheidest Du Dich, wenn es mehrere Optionen gibt, wenn es keine Klarheit gibt, Du unsicher bist und zweifelst? Es ist ja menschlich, dass wir andere mit mehr Lebenserfahrung um Rat fragen.

 

Der eigene Verstand ist überwiegend am dominantesten - er nennt bei der Entscheidungsfindung schnell rationale Beweggründe (z. B. gut bezahlter Job, sehr nah am Wohnort, prestigeträchtige Firma...), doch was zählt ist das Herz, welches mit Deiner Seele verbunden ist! Die beiden haben als Sprachrohr Dein Bauchgefühl.


Leider bringt uns heutzutage kaum jemand bei, immer auf unser Bauchgefühl zu achten! So wären wir in wichtigen Entscheidungsfragen viel selbstsicherer.

 

Meine Erfahrung ist: Fühlt sich eine Vorstellung, z. B. seinen alten Job zu kündigen, sich vom Partner zu trennen oder eine Anschaffung schwer, eng angestrengt und druckvoll an (ich denke, diese Emotionen kennt jeder nur zu genau) - dann stimmt etwas nicht.

 

Das Herz sagt "Ja, es ist richtig", wenn es sich leicht oder sogar erleichternd und freudig anfühlt! Deshalb liebe ich das Wort Leichtigkeit, es ist ein wichtiger Faktor bei Entscheidungen! Die Herausforderung ist nur, sich nicht verleiten zu lassen. Oder nur auf den Kopf zu hören, sondern der inneren Stimme Deiner Seele Beachtung zu schenken. Sie weiß, was richtig für Dich ist. Aber sie ist im Vergleich zur Stimme Deines Kopfes relativ leise!

 

Der Verstand hat das lautere Organ, mit seiner Logik und seinen Argumenten (meist finanzielle, die sein Sicherheitsbedürfnis befriedigen) versucht er jedes Mal, das Herz zu dominieren.

 

Es braucht Mut, seiner Intuition zu folgen! Der entsteht oft erst, wenn der Leidensdruck durch eine ungeliebte Situation unerträglich wird - dann erst springt man meistens ins Ungewisse, weil einem nichts anderes mehr übrig bleibt...

 

Aber so weit muss es nicht kommen. Wer seinem Herz folgt, wird belohnt und wird damit immer stärker und sicherer. Das ist meine persönliche Erfahrung! Wer sich trotzdem noch nicht sicher ist, der wartet einfach, bis der richtige Zeitpunkt und der Impuls kommt!

 

Das einzig Gute an einer Tarotsession war für mich, dass eine Kartenlegerin einmal bestätigte, in welche Richtung ich bei einem Entschluss tendiere, was mein Innerstes sowieso schon fühlte. So konnte ich meine Zweifel loslassen. Am Ende war es eine Absicherung, den Schritt endlich zu tun.

 

Dennoch sage ich: Adieu ihr Wahrsager und Kartenleger...

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Silke (Freitag, 15 Juni 2018 23:34)

    Danke..

  • #2

    Seelenforscher.eu (Mittwoch, 20 Juni 2018 16:56)

    Hallo Silke,
    ich danke Dir für Dein spontanes Danke!
    Liebe Grüße
    Robert ;)